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Wirtschaft

Meilenstein der Auto-Industrie: Toyota

"Toyota ist anerkannte Benchmark in der Auto-Branche", sagt der Auto-Analyst Stephan Droxner von der Landesbank Hessen-Thüringen. Von Auto-Aktien, auch von Toyota-Papieren, rät er aber ab. Warum?

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Für Autobauer Chrysler sind die Japaner Vorbild

DW-WORLD: Wie beurteilen Sie die Stellung von Toyota in der internationalen Auto-Branche?

Stephan Droxner: Toyota ist die Nummer 1 in der Automobil-Industrie. Das stimmt zwar noch nicht für den Absatz, aber was den Gewinn angeht, ist Toyota die unangefochtene Nummer 1 weltweit.

Warum hat sich der Konzern von der Konkurrenz abgesetzt?

Toyota ist - und war es auch in der Vergangenheit - schneller und effizienter in der Entwicklung als die Konkurrenz. Sie haben es auch am besten verstanden, als zweitgrößter Autohersteller nach General Motors was die Stückzahlen betrifft, die Synergien in ihrem Konzern zu nutzen.

Selbst Chrysler-Chef Dieter Zetsche hat in einem Interview gesagt: Wir wollen so gut werden wie Toyota. Hat die Konkurrenz schon kapituliert, wenn sie so offen ihren Rückstand eingesteht?

Toyota ist anerkannte Benchmark in der Automobil-Branche. Zetsche hat natürlich nicht für DaimlerChrysler insgesamt gesprochen, sondern nur für Chrysler. Dort war es ganz offensichtlich - wenn man sich zum Beispiel die Produktionszeiten anschaut - dass Toyota das bessere Produktionssystem hat im Vergleich zu Chrysler und auch eine bessere Qualität produziert.

Welche Auto-Aktie kann man empfehlen, wenn man überhaupt eine Autoaktie empfehlen möchte, denn selbst bei Toyota hat sich der Kurs in den vergangenen drei Jahren nicht sehr gut entwickelt - auch wenn man mit dem Titel vielleicht kein Geld verloren hat.

Die Automobil-Aktien sind über die Jahre gesehen nicht gerade ein bevorzugtes Investment. Und das gilt auch für Toyota; das gilt wohl auch für die Zukunft, denn das Unternehmen ist schon relativ viel wert. Der Konzern hat eine Marktkapitalisierung von knapp über 100 Milliarden Euro. So ganz billig bewertet ist Toyota damit also nicht. In der Branche müsste man sich also eher Restrukturierungsfälle, Turn-Around-Kandidaten aussuchen, da kann man über kürzere Perioden überproportional verdienen. Insgesamt ist das aber keine Branche, die unbedingt in ein Portfolio hineingehört aus meiner Sicht.

Stephan Droxner ist Aktien-Analyst mit dem Schwerpunkt Auto-Industrie bei der Landesbank Hessen-Thüringen.

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