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Fokus Osteuropa

Mehrheit der Ukrainer will EU-Assoziierung

Das geplante EU-Assoziierungsabkommen unterstützen die meisten Ukrainer. Für einen Beitritt zur Zollunion mit Russland, Kasachstan und Belarus findet sich hingegen keine Mehrheit. Das zeigt der neue DW-Trend.

Flaggen der EU, der Ukraine und Russlands (Bild: Vlad Ivantcov/Fotolia.com)

Flaggen der EU, der Ukraine und Russlands

Mehr als die Hälfte der Ukrainer befürwortet ein Assoziierungs- und Freihandelsabkommen zwischen der Ukraine und der Europäischen Union. So sprechen sich 55 Prozent für die Unterzeichnung des Abkommens noch in diesem Jahr aus. Lediglich 26 Prozent sind dagegen. Dies zeigt der aktuelle DW-Trend für die Ukraine im Monat Juli. Die repräsentative Umfrage hat das ukrainische Büro des Meinungsforschungsinstituts IFAK im Auftrag der Ukrainischen Redaktion der Deutschen Welle durchgeführt. Dafür wurden 1.000 Personen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren in der Ukraine in Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern befragt.

Der Anteil der Unterstützer einer EU-Assoziierung überwiegt mit 67 Prozent deutlich im Westen der Ukraine, der traditionell eher der EU zugewandt ist. Aber auch im eher pro-russisch tendierenden Osten des Landes unterstützt mit 47 Prozent knapp die Hälfte das geplante EU-Ukraine-Abkommen. Nur 29 Prozent lehnen es ab.

Während sich die Meinung zum EU-Assoziierungsabkommen zwischen dem Westen und dem Osten der Ukraine nur geringfügig unterscheidet, geht das Stimmungsbild unter den Ukrainern bezüglich eines Beitritts zur Zollunion mit Russland, Kasachstan und Belarus deutlich auseinander. Die drei Ex-Sowjetrepubliken bilden seit dem Jahr 2010 ein gemeinsames Zollgebiet, das Moskau zu einer Eurasischen Union ausbauen will.

Insgesamt befürworten rund 49 Prozent der Ukrainer einen Beitritt ihres Landes zur Zollunion noch in diesem Jahr, während 38 Prozent der Befragten dies ablehnen. Im Westen und Zentrum der Ukraine ist jedoch mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) gegen einen solchen Schritt, nur 33 Prozent sind dafür. Anders sieht es im Osten und Südosten der Ukraine aus. Hier wünschen sich 61 Prozent der Menschen einen Beitritt zur Zollunion. Lediglich 27 Prozent lehnen dies ab.

Dass Präsident Viktor Janukowitsch alles unternimmt, damit das Assoziierungsabkommen mit der EU noch in diesem Jahr unterzeichnet werden kann, bezweifelt jeder zweite Ukrainer (50 Prozent). Gespalten ist man auch, was die politischen Forderungen der EU an Präsident Janukowitsch angeht, die als Bedingung für eine Unterzeichnung gestellt werden. 46 Prozent lehnen solche Forderungen ab, während 40 Prozent sie unterstützen. Die EU verlangt vor allem eine Stärkung der Rechtsstaatlichkeit in der Ukraine.

Den größten Nutzen erhoffen sich die Ukrainer von einem EU-Assoziierungsabkommen für die Wirtschaft. So glauben 39 Prozent, dass dies die Modernisierung der heimischen Wirtschaft vorantreiben würde. 32 Prozent der Befragten erhoffen sich neue Absatzmärkte für ukrainische Waren. An dritter Stelle steht die Hoffnung auf eine Verbesserung der Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in der Ukraine (26 Prozent).

Auch die Befürworter eines Beitritts zur Zollunion verbinden diesen überwiegend mit wirtschaftlichen Vorteilen. 41 Prozent erhoffen sich neue Absatzmärkte für heimische Waren, 26 Prozent neue Arbeitsplätze und 21 Prozent eine Modernisierung der Wirtschaft. Eine Verbesserung von Rechtstaatlichkeit und Demokratie erwarten jedoch nur 7 Prozent. Bezeichnend ist, dass rund ein Drittel der Befragten (29 Prozent) glaubt, ein Beitritt der Ukraine zur Zollunion bringe überhaupt keine Vorteile.