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Fokus Osteuropa

Mehrheit der Ukrainer für EU-Beitritt

Eine EU-Assoziierung wird immer unwahrscheinlicher. Ginge es nach dem Willen der meisten Ukrainer wäre sogar ein Beitritt zur Europäischen Union das Ziel - so das Ergebnis einer aktuellen DW-Umfrage.

Eine deutliche Mehrheit der Ukrainer (58 Prozent) befürwortet weiterhin einen Beitritt ihres Landes zur Europäischen Union. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil der Beitrittsbefürworter um 6 Prozentpunkte gewachsen. Zugleich ist die Zahl der Beitrittsgegner nur leicht auf nun 31 Prozent gestiegen.

Das ist das Ergebnis des aktuellen DW-Trends für die Ukraine im Monat November. Die repräsentative Umfrage hat das ukrainische Büro des Meinungsforschungsinstituts IFAK im Auftrag der Ukrainischen Redaktion der Deutschen Welle durchgeführt. Dafür wurden 1000 Menschen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren in der Ukraine in Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern persönlich befragt.

Die meisten EU-Befürworter sind für einen möglichst raschen EU-Beitritt. 37 Prozent der Befragten wünschen sich eine EU-Mitgliedschaft binnen fünf Jahren. Vor einem Jahr wollten dies nur 26 Prozent so schnell. Selbst im traditionell eher nach Russland orientierten Osten und Süden der Ukraine unterstützen 50 Prozent grundsätzlich einen EU-Beitritt. Im Westen und Zentrum sind es 69 Prozent.

Dabei ist eine EU-Mitgliedschaft der Ukraine nicht nur für die jüngere Generation attraktiv: In der Altersgruppe der 18 bis 29-Jährigen ist der Anteil der EU-Unterstützer mit 65 Prozent am höchsten. Aber auch in allen anderen Altersgruppen ist eine Mehrheit dafür. Bei den 50 bis 60-Jährigen sind dies immer noch 52 Prozent.

Hauptziel der EU ist nach Ansicht der Ukrainer die Förderung von Wirtschaftswachstum (49 Prozent). Dieses Ziel unterstützen 62 Prozent der Ukrainer. Ein Drittel der Befragten (32 Prozent) meint, die Stärkung von Demokratie und Meinungsfreiheit sei ein Ziel der EU. Die Entwicklung demokratischer Werte ist ein zunehmend wichtiges Anliegen der Ukrainer. Denn die persönliche Zustimmung in diesem Punkt ist von 18 Prozent vor einem Jahr auf heute 39 Prozent stark angestiegen.

Das Verhältnis der Ukraine zur EU hat sich aus Sicht der Befragten in den letzten Monaten deutlich verbessert. 42 Prozent bewerten die Beziehungen als partnerschaftlich oder freundschaftlich. Vor einem Jahr waren es nur 28 Prozent. Etwas weniger positiv sehen die Ukrainer das Verhältnis zu Deutschland. 36 Prozent sprechen von freundschaftlichen oder partnerschaftlichen Beziehungen. Damit werden die Beziehungen zur EU erstmals seit der Erhebung des DW-Trends besser bewertet als die zu Deutschland.

Stark verschlechtert hat sich in den Augen der Ukrainer das Verhältnis zu Russland. Inzwischen bezeichnen nur noch 28 Prozent die Beziehungen als freundschaftlich oder partnerschaftlich. Für 55 Prozent ist das Verhältnis angespannt oder gar verfeindet. Im Vergleich zum vergangenen Jahr hat sich die Bewertung damit praktisch umgekehrt. Denn damals sahen 55 Prozent das Verhältnis als freundschaftlich oder partnerschaftlich an und 22 Prozent als angespannt oder verfeindet.

Die Länder der Europäischen Union bleiben für die Ukrainer weiter als Reiseziele attraktiv (70 Prozent). Wenn es keine Visaschranken gäbe, würde der Reiseverkehr vermutlich noch zunehmen. 49 Prozent geben an, sie würden öfter in die EU fahren, wenn die Visapflicht entfiele.

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