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Fokus Osteuropa

Mehrheit der Transnistrier bevorzugt moldauischen Pass

Die Pässe Transnistriens sind international nicht anerkannt. Mit ihnen kann man in kein anderes Land einreisen. Deshalb ziehen immer mehr Menschen in Transnistrien einen moldauischen Pass vor, den sie leicht erhalten.

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Mehr als 300.000 Einwohner Transnistriens sind moldauische Staatsbürger

Es gibt nur wenige Menschen, die ausschließlich die Staatsangehörigkeit der nicht anerkannten Republik Transnistrien besitzen. Eine Bürgerin der Stadt Bendery sagte der Deutschen Welle: "Man kann weder die ukrainische noch die russische Staatsbürgerschaft bekommen. Natürlich braucht man irgendeine. Die moldauische bekommt man aber leicht. Es gibt keine Probleme. Die ukrainische bekommt man nur schwer, auch auf die russische muss man lange warten und sie bekommt auch nicht jeder. Einige haben drei Staatsbürgerschaften, die moldauische, ukrainische und russische. Wie sie das machen, weiß ich nicht."

Mehrheit besitzt moldauische Staatsangehörigkeit

Nach Angaben des Informationsministeriums in der moldauischen Hauptstadt Chisinau haben die meisten Einwohner Transnistriens bereits die moldauische Staatsbürgerschaft erhalten - mehr als 300.000 Menschen. Insgesamt leben laut der letzten Volkszählung aus dem Jahr 2004 in der Region 550.000 Menschen.

Jeder, der dort lebt, ist eigentlich verpflichtet, die Staatsangehörigkeit der nicht anerkannten Republik Transnistrien anzunehmen. Warum das nützlich ist, erklärt eine Bürgerin der Region: "Wenn man moldauischer Staatsbürger ist, muss man in Warteschlagen stehen, denn egal wohin man geht, muss man den Pass vorweisen, ob bei der Privatisierung der Wohnung oder bei Immobiliengeschäften, und Unternehmer brauchen den Pass erst recht."

Zollgebühren nur für moldauische Staatsbürger

Staatsangehörige der nicht anerkannten Republik Transnistrien, der Ukraine und Russlands können ungehindert nach Transnistrien einreisen. Moldauische Staatsbürger hingegen müssen an den Zoll der nicht anerkannten Region Gebühren entrichten. Das ist für die Menschen mehrerer moldauischer Dörfer, die sich in der Sicherheitszone befinden, ein großes Problem. Um auf ihre eigenen Grundstücke zu gelangen, die sich auf dem Gebiet der nicht anerkannten Republik Transnistrien befinden, müssen sie jedes Mal Gebühren zahlen. Bisher konnte bei Verhandlungen keine Lösung für dieses Problem gefunden werden.

Julija Semjonowa, Chisinau
DW-RADIO/Russisch, 23.3.2006, Fokus Ost-Südost

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