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Afghanistan

Mehrere Tote bei Anschlag in Kabul

Es war der zweite schwere Anschlag innerhalb von einer Woche in Kabul - und der zwölfte seit Januar. Diesmal riss ein Selbstmordattentäter in der afghanischen Hauptstadt vier Menschen mit in den Tod.

Afghanistan Explosion nahe US-Botschaft in Kabul (Reuters/O. Sobhani)

Sicherheitskräfte riegeln den Tatort in Kabul ab

Die Bombe des Attentäters ging vor einer Filiale der Kabul Bank am belebten Massud-Platz in Kabul hoch. Neben den vier Todesopfern gab es mindestens neun Verletzte, wie der Sprecher der Kabuler Polizei, Basir Mudschahid, sagte. Ein Beamter des Innenministeriums sagte, vor der Bank hätten viele Sicherheitskräfte gestanden, um ihren Lohn in Empfang zu nehmen. Die Explosion traf eine belebte Einkaufsstraße, in der sich etliche Banken und Geschäfte befinden. Die Straße führt zu einem Platz nahe der US-Botschaft und der Niederlassung der NATO in Kabuls Diplomatenviertel.

In Afghanistan beginnen in einigen Tagen wichtige religiöse Feiertage. Banken sind dann besonders voll, weil viele Menschen ihre Gehälter und Boni abholen, um Opfertiere, neue Kleider und Delikatessen einzukaufen. Es war der zwölfte große Anschlag in der afghanischen Hauptstadt seit Januar. Hunderte Menschen wurden seither getötet oder verletzt.

Reaktion auf Trump-Ankündigung?

Die radikalislamischen Taliban bekannten sich zu der Tat. Die Terroristen greifen regelmäßig Banken an, um Regierungsangestellte oder Sicherheitskräfte zu treffen, wenn diese Geld abheben. Zuletzt hatten die islamistischen Rebellen gedroht, Afghanistan werde bald ein "weiterer Friedhof für diese Supermacht", sollten die USA ihre Truppen nicht abziehen.

US-Präsident Donald Trump hatte vor einer Woche die neue Afghanistan-Strategie seiner Regierung vorgestellt, die ein verstärktes militärisches Engagement vorsieht. Ein Ziel sei, die Taliban daran zu hindern, das Land wieder zu übernehmen, sagte Trump.

Viele Zivilisten bei Luftangriff getötet

Unterdessen wurden bei einem Luftangriff des afghanischen Militärs auf Taliban im Westen des Landes mindestens 13 Zivilisten getötet und sieben verletzt. Das bestätigte der Sprecher der Regierung der Provinz Herat, Dscheilani Farhad. Die Luftwaffe habe am Montagabend ein Kommandozentrum der Taliban im Bezirk Schindand beschossen. "Dabei sind 20 Taliban getötet worden", sagte Farhad. Leider seien auch in Privathäusern in der Nähe Zivilisten zu Opfern geworden. Ein Mitglied des Provinzrats, Hadschi Torialai Taheri, sprach sogar von 20 getöteten Zivilisten. Nach seiner Darstellung hat der Luftangriff gar keine Taliban getroffen. Die Taliban-Versammlung, die die afghanische Luftwaffe habe angreifen wollen, sei schon beendet gewesen.

Video ansehen 00:39

USA verstärken militärischen Einsatz in Afghanistan

OCHA: Viele Kriegsvertriebene

Derweil teilte die UN-Agentur zur Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) mit, dass in Afghanistan seit Jahresbeginn rund 212.000 Menschen vor Gefechten zwischen radikalislamischen Taliban und Sicherheitskräften aus ihren Heimatorten geflohen seien. Binnenfluchtbewegungen gebe es derzeit in 30 der 34 Provinzen. Im früher als eher ruhig geltenden Norden, wo bis 2013 die Bundeswehr Schutzmacht war, würden mittlerweile 41 Prozent aller Kriegsvertriebenen registriert. Der Osten, in dem die USA und die afghanische Regierung auch gegen die Terrormiliz IS kämpfen, stehe für 17 Prozent aller Binnenflüchtlinge, heißt in dem Bericht weiter.

Aus dem Westen kommen 13 Prozent aller Vertriebenen, aus dem schwer umkämpften Süden und Südosten 22 Prozent. In der Südprovinz Helmand, in der die Taliban bereits um die 80 Prozent der Bezirke kontrollieren, seien um die 7000 Menschen in Bereiche geflohen, die für Helfer unzugänglich seien. Im vergangenen Jahr waren mehr als 660.000 Afghanen aus ihren Häusern geflohen.

kle/jj (dpa, afp, rtre, ape)

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