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Wirtschaft

Mehr Volumen im Autosalon

Der Pariser Automobilsalon bietet den Herstellern die große Bühne, um ihre Modelle der bisher eher kaufmüden Kundschaft schmackhaft zu machen. Für 2004 dürfte das Geschäft mit dem Auto jedoch schon abgefahren sein.

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Der Renault Modus: Einer der Stars des Pariser Automobilsalons

Die Zukunft der Automobilbranche ist innen groß und außen klein. "Der Trend geht eindeutig hin zum Minivan", sagt Thomas Kaiser von der Landesbank Baden-Württemberg. Aber selbst wenn die von den Autobauern angekündigten Volumenmodelle bei den Käufern in den nächsten Monaten ankommen, dürfte es für eine durchgreifende Erholung der Autokonjunktur in diesem Jahr zu spät sein. 2004 wird wohl vor allem wegen der schwachen Verkaufszahlen auf dem in Europa größten Einzelmarkt Deutschland das fünfte Jahr in Folge mit stagnierenden Neuzulassungen.

Autosalon als Branchenbarometer

Der Automobilsalon in Paris ist kurz vor Jahresende die große Nabelschau der Branche, auf der die Modelle für das kommende Jahr präsentiert werden. Die "Mondial de l´Automobile" gilt in diesem Jahr umso mehr als Branchenbarometer, weil die Internationale Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt am Main turnusmäßig erst im kommenden Jahr wieder stattfindet. Das Branchen-Schaufenster an der Seine präsentiert vom 25. September bis 10. Oktober Neuheiten für alte und neue Marktsegmente sowie spektakuläre Design-Studien. Mit mehr als 60 Weltpremieren wollen die 480 Autohersteller 1,5 Millionen Besucher zur führenden Automobilmesse locken.

Pariser Autosalon BMW

BMW erzielt mit seinen Modellen, hier der neue BMW 120i, immer noch Spitzenwerte

Bei den Premieren sind nicht nur Modelle für die betuchteren Besucher, wie der neue Porsche Boxter oder der BMW 120i, sondern auch zahlreiche Neuheiten für kleinere Portemonnaies dabei. Anlass ist die Entwicklung der Autoindustrie hin zu einer Zweiklassen-Gesellschaft: Während die Premium-Hersteller Porsche, BMW und Mercedes auf neue Spitzenwerte zurollen, stecken die Massenhersteller in einer Krise. Um die erhoffte Trendwende einzuleiten, steht bei der "Mondial de l´Automobile 2004" der Massenmarkt im Mittelpunkt.

Trend zu mehr Volumen

Blickfang an den Messeständen sollen vor allem Volumenmodelle sein, mit denen die Hersteller die Nachfrage ankurbeln wollen. Peugeot zeigt beispielsweise den extrem kurzen, aber hohen 1007, der mit seiner riesigen elektrischen Schiebetür wohl die konsequenteste Antwort auf die innerstädtische Raumnot ist.

Pariser Autosalon Peugot 1007

Der Peugot 1007 ist nur eines der Raumwunder des Automobilsalons

Auch Honda setzt auf das Thema Raum und in Paris auf den FR-V (Flexible Recreational Vehicle), einen sportlich angehauchten Minivan. Selbst DaimlerChrylser springt auf den Raum-Zug und präsentiert gleich zwei neue Visionen: Vision B und Vision R. Während der Kompaktvan Vision B eine Art verlängerte A-Klasse darstellt, ist der sechssitzige Vision R ein Luxusvan für lange Strecken, der insbesondere für den amerikanischen Markt entwickelt wurde.

Um den Absatz stabil zu halten, werden im Automobilmarkt immer wieder neue Nischen entdeckt. "In der Automobilbranche müssen nicht nur Bedürfnisse befriedigt, sondern auch Bedürfnisse geschaffen werden", erklärt Thomas Kaiser.

Neue Hoffnung für Autokonjunktur?

Flexible Raumwunder scheinen die hoffnungsvolle Erfolgsformel im Autogeschäft zu sein - dazu erschwingliche Preise, wie der neue Suzuki "Swift" für knapp 11.000 Euro. Mit dieser Formel, so die Hoffnung, sollte in den meisten Ländern bald ein Anstieg beim Absatz möglich sein.

In Deutschland steht es um die Autokonjunktur allerdings immer noch schlecht. Eine Trendwende bei den europäischen Pkw-Neuzulassungen hängt aber nach Experteneinschätzungen davon ab, dass der Automarkt in Deutschland anspringt. "Die Sorgen und Ängste der Menschen anlässlich der Sozial- und Arbeitsmarktreformen wirken sich eben auch auf den Konsum des Deutschen liebstes Kind aus", sagt Thomas Kaiser.

Kaiser erwartet für 2005 deswegen ein weiteres Jahr mörderischen Verdrängungswettbewerbs, in dem nur diejenigen, die ausgezeichnet positioniert sind, gute Gewinnmargen erzielen können. Und der Kampf wird an diesem Wochenende auf der "Mondial de l´Automobile" eröffnet.

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