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Welt

Mehr Tote als je zuvor in Syrien

Die syrischen Bürgerkriegsgegner suchen offensichtlich die Entscheidung auf dem Schlachtfeld. Binnen eines Tages wurden fast 380 Menschen bei schweren Kämpfen getötet - so viele wie noch nie.

Die Informationen stammen von der in London ansässigen syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Sie verfolgt die Lage in Syrien über ihre Kontaktleute vor Ort. Nach ihren Erkenntnissen hat die Gewalt am Mittwoch einen neuen Höhepunkt erreicht. Unter den knapp 380 Toten waren auch fast 50 Angehörige der Regierungstruppen. Die meisten Menschen starben in der Hauptstadt Damaskus. An diesem Donnerstag wird in mehreren Provinzen weitergekämpft.

Mehr Hilfe für Flüchtlinge nötig

Das UN-Flüchtlinghilfswerk UNHCR wirbt für weitere finanzielle Unterstützung. Umgerechnet seien 380 Millionen Euro nötig, um die steigende Anzahl an Flüchtlingen zu versorgen. Nach Angaben des UNHCR sind zur Zeit fast 300.000 Syrer auf der Flucht, die meisten suchen Schutz in den Nachbarländern. Jeden Tag treffen etwa 2000 bis 3000 Menschen jenseits der syrischen Grenzen ein.

Jordanien, Libanon, Irak und Türkei hätten beispielhaft gehandelt, indem sie ihre Grenzen für Menschen aus Syrien offen hielten, sagte Panos Moumtzis, Regional-Koordinator des UNHCR für Syrien. Doch "die Nachbarländer können das nicht allein tun." Die internationale Gemeinschaft müsse weiter Solidarität zeigen. Bis zum Jahresende rechnet das UN-Flüchtlingswerk damit, dass bis zu 700.000 Syrer ihre Heimat verlassen haben. Die meisten Flüchtlinge sind Frauen und Kinder. Angesichts des bevorstehenden Winters sei es dringend notwendig, die Flüchtlingslager mit Decken, warmer Kleidung und Heizmaterial auszustatten.

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Zwiespältige Bilanz des UNO-Krisenmanagements

UN-Sicherheitsrat hilflos

Die Vereinten Nationen haben sich besorgt über die anhaltende Gewalt in Syrien gezeigt. Sie konnten aber nicht viel ausrichten, weil die Veto-Mächte Russland und China Sanktionen gegen das Regime von Baschar al-Assad ablehnen. Bundesaußenminister Guido Westerwelle hatte am Rande der UN-Vollversammlung die Außenminister der fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates eingeladen, um über den Bürgerkrieg in Syrien zu sprechen. Konkrete Ergebnisse gab es dabei nicht.

Allen Beteiligten wurde lediglich bewusst, wie gering ihr Spielraum ist, auf den Bürgerkrieg in Syrien Einfluss zu nehmen, wenn mit Russland und China zwei Sicherheitsratsmitglieder ein härteres Vorgehen gegen Assad boykottieren.

Arabische Liga erwägt Entsendung einer Friedenstruppe

Wie katastrophal die Lage in Syrien ist, hat der neue internationale Syrien-Sondergesandte Lakhdar Brahimi den 15 Mitgliedern des Sicherheitsrates zu Wochenbeginn geschildert. Er befürchtet, die Gewalt werde nicht so schnell enden. Die Arabische Liga prüft mittlerweile Vorschläge einiger Mitgliedsstaaten, eine eigene Friedenstruppe auf die Beine zu stellen, die den Bürgerkrieg in Syrien beenden soll.

cd/rb (dpa, afp, kna, rtr)

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