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Fußball-WM

Mehr Teams, mehr Spiele

Ab 2026 werden Fußball-Weltmeisterschaften von 48 Mannschaften ausgespielt. Das hat das FIFA-Council beschlossen. Es ist nicht die erste tiefgreifende Veränderung im Turniermodus seit der ersten WM im Jahr 1930.

Als vor 87 Jahren zum ersten Mal ein Weltmeister im Fußball ermittelt werden sollte, war eigentlich geplant, das gesamte Turnier im K.o.-System durchzuführen. Der Turnierplan sah ein Teilnehmerfeld von 16 Teams vor. Da aber nur 13 Mannschaften ins Gastgeberland Uruguay gereist waren, entschied man sich, zunächst eine Gruppenphase mit drei Gruppen mit jeweils drei Teams und einer Vierergruppe zu spielen. So sollten die aus Europa mit dem Schiff angereisten Mannschaften davon verschont werden, gleich nach einem Spiel wieder abreisen zu müssen. Die Zusammensetzung der Gruppen wurde ausgelost. Die vier Gruppensieger spielten im Halbfinale gegeneinander, die beiden Sieger bestritten das Finale. Zum einzigen Mal in der WM-Geschichte wurde damals das Spiel um Platz 3 nicht ausgetragen.

1934 und 1938 wurde der ursprüngliche Plan dann umgesetzt, und es gab eine WM, die - beginnend mit dem Achtelfinale - komplett im K.o.-System durchgeführt wurde. Alle Spiele einer Runde fanden zeitgleich statt. Endete eine Partie mit einem Unentschieden nach Verlängerung, gab es ein Wiederholungsspiel. Danach hätte das Los entschieden, allerdings trat dieser Fall nicht ein.

Bei der ersten WM nach dem Zweiten Weltkrieg, 1950 in Brasilien, wurde in der Vorrunde der Gruppenmodus wieder eingeführt. Drei der eigentlich qualifizierten Mannschaften verzichteten auf die Teilnahme, daher wurde mit zwei Vierer-, einer Dreier- und einer Zweiergruppe gespielt. Die Gruppensieger erreichten eine zweite Gruppenrunde, deren Sieger neuer Weltmeister war. Ein offizielles Endspiel gab es nicht. Allerdings trafen im letzten Gruppenspiel mit dem späteren Weltmeister Uruguay und Gastgeber Brasilien die beiden bestplatzierten Mannschaften direkt aufeinander.

Entscheidungsspiele und Losglück

1954 wurde es kompliziert: vier Gruppen in der Vorrunde, in jeder Gruppe zwei Teams als gesetzte Mannschaften, die nicht gegeneinander spielen mussten. Gab es ein Unentschieden, wurde bereits in der Vorrunde um zweimal 15 Minuten verlängert, bevor das Endergebnis gewertet wurde. Hatten der Zweite und Dritte die gleiche Anzahl von Punkten, zählte nicht das Torverhältnis, sondern es gab ein Entscheidungsspiel. Zwischen dem Ersten und dem Zweiten entschied im gleichen Fall dagegen das Los. Insgesamt gab es tatsächlich zwei Entscheidungsspiele und zwei Losentscheide. In der anschließenden K.o.-Runde spielte jeweils ein Gruppensieger gegen einen Gruppenzweiten. Im gleichen Modus wie 1954 blieb die Vorrunde auch vier Jahre später in Schweden, allerdings ohne gesetzte Mannschaften, jedoch weiterhin mit Entscheidungsspielen bei Punktgleichheit.

Schweiz WM 1954 Deutschland vs. Ungarn Ferenc Puskas in Bern (picture-alliance/dpa/DB)

1954 traf Deutschland im Finale auf Ungarn und gewann - in der Vorrunde hatte man noch hoch verloren

Das änderte sich bei den drei Weltmeisterschaften zwischen 1962 und 1970: Um die Gruppensieger und -zweiten zu ermitteln, wurde bei Punktgleichheit nun das Torverhältnis herangezogen, und zwar der Quotient aus geschossenen Treffern und Gegentoren. Seit der WM 1974 in Deutschland ist die Tordifferenz entscheidend. Anders als zuvor gab es 1974 und 1978 nach der Vorrunde eine Zwischenrunde, in der je zwei Gruppensieger und Gruppenzweite in zwei Gruppen erneut im Modus Jeder-gegen-jeden spielten. Die beiden Gruppenersten kamen ins Finale, die Zwischenrundenzweiten spielten den dritten Platz aus. Ein Halbfinale gab es nicht.

Aufstockung erst auf 24, dann auf 32 Teams

1982 wurde aufgestockt und erstmals ein Turnier mit 24 Mannschaften gespielt. Nach der Vorrunde folgte eine Zwischenrunde mit vier Dreiergruppen. Die Gruppensieger bestritten das Halbfinale. 1982 wurde auch erstmals bei einer WM ein Elfmeterschießen durchgeführt, wenn ein Spiel nach Verlängerung noch remis stand. Die Premiere gab es beim Halbfinalsieg der deutschen Elf gegen Frankreich.

In der Zeit von 1986 bis 1994 entfiel die Zwischenrunde, stattdessen gab es erstmals seit 1938 direkt nach der Vorrunde ein Achtelfinale, für das sich neben den sechs Gruppensiegern und Gruppenzweiten auch die vier besten Gruppendritten qualifizierten.

Flash-Galerie Zinedine Zidane WM 1998 (AP)

Gastgeber Frankreich setzte sich 1998 in einem 32 Teams starken Teilnehmerfeld durch

Seit 1998 wird das Turnier mit 32 Mannschaften gespielt. Im Achtelfinale stehen die acht Gruppensieger und -zweiten. Der Turnierplan ist so geregelt, dass zwei Mannschaften aus derselben Gruppe erst im Endspiel oder im Spiel um Platz drei erneut aufeinander treffen können. Eine Ausnahme gab es 2002 beim Turnier in Südkorea und Japan, der ersten und bislang einzigen WM, die in mehr als einem Gastgeberland ausgetragen wurde. Damals sollte verhindert werden, dass die beiden Gastgeber früh aufeinander treffen können. Dafür nahm man in Kauf, dass mit Brasilien und der Türkei zwei Teams aus der gleichen Gruppe im Halbfinale erneut gegeneinander spielten. Außerdem gab es 1998 und 2002 das Golden Goal. Erzielte eine Mannschaft in der Verlängerung ein Tor, war das Spiel damit sofort entschieden.

Bis 2006 war der amtierende Weltmeister automatisch für die nächste WM qualifiziert. Diese Regel entfiel nun. So musste sich auch Brasilien, der Weltmeister von 2002, für die WM in Deutschland qualifizieren.

Mammut-WM a la Infantino

Demnächst - ab der Weltmeisterschaft 2026 - kommt es wieder zu Änderungen. Wie von FIFA-Chef Gianni Infantino befürwortet, wird das Teilnehmerfeld um sechzehn Mannschaften auf 48 Teams aufgestockt. Statt der bislang acht Gruppen mit jeweils vier Teams wird es in der Vorrunde 16
Gruppen mit je drei Mannschaften geben.

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