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Kultur

Mehr Sicherheit im Chaos

Sicher ist nur eines: Der nächste Computer-Virus kommt bestimmt. Seit Jahren wissen die Experten um Sicherheits-Probleme rund um das Internet. Doch viele Firmen tun nicht genug. Das ist riskant.

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Liebes-Gruß oder nicht - Computer-Viren richten hohe Schäden an

Mal eben kurz die Kreditkartennummer eingeben - ein Mausklick - und schon sausen die Daten durchs Internet, flitzen durch unterirdische Telefonkabel, rasen unter Städten und Ozeanen hindurch, durch Knotenpunkte und Server - bis zum Computer des Adressaten.

Ihr genauer Weg ist nicht vorhersehbar - es geht immer durch die Leitungen, die gerade frei sind. Die Verhältnisse im Netz sind chaotisch. Dennoch gelingt es Hacker immer wieder, sich Zugang zu Daten zu verschaffen und sich auf Kosten anderer zu bereichern.

Unbegrenzte Möglichkeiten

Ein ausreichender Schutz im Internet ist um so wichtiger, je mehr das Internet genutzt wird. Darüber waren sich jetzt beim 8. Deutschen Informationstechnik-Sicherheitskongress in Bonn die Experten aus Wirtschaft, Forschung und Verwaltung einig.

Als das Internet in seiner heutigen Form Ende der 1980er-Jahre entstand, war es vor allem für den Informationsaustausch zwischen Wissenschaftlern gedacht. Inzwischen gibt es bei der Nutzung kaum noch Grenzen.

Auch die öffentlichen Verwaltungen profitieren längst vom Netz. 190 Dienstleistungen des Bundes sind schon über das Internet verfügbar - bis 2005 sollen es 400 sein. Im Bereich E-Commerce, also dem Handel über das Internet, wurde im vergangenen Jahr allein in Deutschland ein Umsatz von fast 48 Milliarden Dollar erzielt.

Jede zweite Firma wurde schon mal attackiert

So groß die Chancen sind, so hoch sind die Risiken. Nach verschiedenen Studien haben etwa Firmen, die Opfer von Viren wurden, Schäden in Höhe von 50.000 bis über 2 Millionen Euro gehabt. Eigentlich Grund genug, in Sicherheitsmaßnahmen zu investieren. Willi Berchtold vom Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und Neue Medien (Bitkom) beklagt jedoch, dass viele Unternehmen die Gefahr verkennen und zu wenig Sicherheitsvorkehrungen treffen. Dabei seien bereits die Hälfte der deutschen Firmen schon einmal Opfer eines Angriffs durch Computerviren geworden. Doch nur ein Drittel aller Unternehmen habe ein systematisches Regelwerk für die IT-Sicherheit.

Bislang werden vor allem digitiale Schutzmauern (Firewalls) und Anti-Viren-Programme eingerichtet. Nur: Die Technologien, auf denen die Informationsflüsse im Netz basieren, entwickeln sich ständig weiter. Dementsprechend müssen auch Sicherheitsmaßnahmen erneuert werden. Nach Willi Berchtold von Bitkom scheuen Unternehmen aber die hohen Preise neuer Sicherheitstechnik.

Wachstumsmarkt

Auch wenn Unternehmen zur Zeit noch nicht genügend in Sicherheit investieren - der Markt für IT-Sicherheit scheint vielversprechend. Schon im letzten Jahr wurden in Westeuropa mehr als 9 Milliarden Euro für IT-Sicherheit ausgegeben - bis 2005 werden es schätzungsweise 18 Milliarden sein. Eine Chance für die Deutschen, denn im Bereich IT-Sicherheit haben sie die Nase vorn.

Trotzdem: Absolute Sicherheit kann es nicht geben. In der Vergangenheit haben findige Tüftler immer wieder bewiesen, dass sie auch angeblich sichere Systeme zu knacken wussten. Unternehmen müssen also fortwährend in Sicherheit investieren.

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