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Aktuell Deutschland

Mehr Schutz für Frauen in Flüchtlingsheimen

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) plant, den Schutz von Frauen und Kindern in Flüchtlingsunterkünften zu verbessern. Oft werden sie nach der monatelangen Flucht in den Heimen Opfer von sexueller Gewalt.

Um dieses Problem besser in den Griff zu bekommen, sollen zusammen mit den Wohlfahrtsverbänden zusätzliche Stellen für Ansprechpartner geschaffen werden, die die Arbeit von Beratungsstellen, Frauenhäusern und Ämtern koordinieren, sagte ein Ministeriumssprecher. Zunächst sollen diese Arbeitsplätze in 25 Flüchtlingsheimen eingerichtet werden. Die Initiative wird mit jeweils 40.000 Euro gefördert.

Die Planungen sehen vor, dass die Fachkräfte auch für die Etablierung von Beratungsstrukturen in den Einrichtungen, sowie für die Schulung von ehrenamtlichen und fest angestellten Mitarbeitern zuständig sein sollen. Ziel ist es, möglichen Übergriffen auf Frauen in den Unterkünften, vorzubeugen.

Kommunen können Kredite beantragen

Noch in diesem Monat will das Bundesfamilienministerium gemeinsam mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ein Förderprogramm für den entsprechenden Umbau von Flüchtlingsunterkünften starten. Mit dem Programm würden Investitionskredite mit einem Gesamtvolumen von bis zu 200 Millionen Euro bereitgestellt, kündigte der Ministeriumssprecher an. Kredite könnten von den Kommunen beantragt werden.

Aber nicht nur die Gewaltprävention in den Unterkünften muss nach Ansicht des Verbands Entwicklungspolitik (Venro) neu überdacht werden, sondern auch der Schutz von Frauen und Mädchen auf der Flucht. "Viel zu oft sind Frauen und Mädchen auch während ihrer Flucht Ausbeutung und sexualisierter Gewalt ausgesetzt", erklärte der Vorstandsvorsitzende der Organisation, Bernd Bornhorst, anlässlich des anstehenden Weltfrauentages am 8. März. Dagegen müsse die Weltgemeinschaft vorgehen. Dies sei keine Kür, sondern eine Pflicht, so Bornhorst.

In der Mehrzahl weibliche Flüchtlinge

Nach Angaben von "Venro" sind mehr als ein Viertel der weltweit etwa 60 Millionen Flüchtlinge Frauen und Mädchen im Alter zwischen 15 und 49 Jahren. Entlang der sogenannten Balkanroute seien aktuell sogar bis zu 80 Prozent der Flüchtlinge weiblich. Die Flucht sei für Frauen aufgrund ihrer gesellschaftlichen Rolle in vielen Herkunftsländern von besonderen Belastungen und Gefahren geprägt, erklärte der Dachverband, dem etwa 125 entwicklungspolitische und humanitäre Organisationen in Deutschland angehören.

Zum Internationalen Frauentag am 8. März gehen Frauen weltweit für ihre Rechte an die Öffentlichkeit. 1910 hatte die Sozialistische Internationale der Frauen in Kopenhagen beschlossen, jedes Jahr mit einem Aktionstag den Kampf der Frauen für mehr Rechte und bessere Lebensbedingungen voranzutreiben.

cgn/haz (afp, epd)