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Wirtschaft

Mehr Menschlichkeit für Tiere

Viel zu viele Tiere auf viel zu engem Raum - das ist eine Folge der Billigpreisspirale bei Lebensmitteln. Handel und Bauern wollen nun gegensteuern.

Ein Bündnis aus Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel will die Haltungsbedingungen für Schweine und Geflügel in Deutschland verbessern. Dafür stünden in den kommenden drei Jahren rund 255 Millionen Euro bereit, kündigte die "Initiative Tierwohl" am Dienstag in Berlin an. Landwirte, die ihren Tieren zum Beispiel mehr Platz bieten als es Gesetze vorschreiben oder in offene Ställe mit mehr Frischluft investieren, sollen künftig aus dem Tierwohl-Fonds Gelder beantragen können. Dafür müssen sie ihre Verbesserungen bei der Nutztierhaltung nachweisen.

Der Fonds speist sich aus dem Fleisch- und Wurstverkauf. Die beteiligten Handelsketten - darunter auch Discounter - zahlen dabei vier Cent pro Kilogramm Verkaufsmenge ein. Es bleibe dem Handel überlassen, ob er die Fleischpreise für diese Abgabe erhöhe, sagte Franz-Martin Rausch, Geschäftsführer beim Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels. Alle großen Handelsketten werden sich laut Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes an der Initiative beteiligen.

Weniger Antibiotika

Mastputen in Bodenhaltung

Ohne massiven Medikamenteeinsatz funktioniert Massentierhaltung nicht

Vor der Agrarmesse Grüne Woche, die an diesem Freitag in Berlin beginnt, prangern Kritiker die Produktion von Billigfleisch in Riesenställen an. Ernährungsbranche und Handel wollen höhere Tierhaltungsstandards aus der Nische holen. Billigfleisch-Produktion bedeute, dass zu viele Nutztiere auf zu wenig Raum gehalten werden, moniert der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND), Hubert Weiger. Und das erfordere oft, große Mengen an Antibiotika einzusetzen, um Krankheiten und die Ausbreitung in Ställen etwa mit mehreren tausend Puten zu vermeiden. Dabei wird seit langem darum gerungen, den Einsatz der infektionshemmenden Medikamente generell zu senken. So soll das Risiko eingedämmt werden, dass Antibiotika auch bei Menschen nicht mehr wirken. An diesem Samstag wollen mehrere Verbände mit einer Großdemonstration in Berlin gegen "Tierfabriken" und massiven Antibiotika-Einsatz mobil machen.

iw/zdh (dpa)

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