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Gewalt in Afghanistan

Mehr Kinder und Frauen leiden in Afghanistan

Wie sicher ist es am Hindukusch? Darüber wird in Deutschland mit Blick auf mögliche Abschiebungen seit Wochen intensiv diskutiert. Die neuesten Zahlen der UN-Mission in Afghanistan zeichnen ein düsteres Bild der Lage.

Afghanistan Anschlag in Kabul (Reuters/M. Ismail)

Der Anschlag in Kabul vom 13. März 2017

In diesem Jahr wurden bei Gefechten und Anschlägen in Afghanistan bereits 1662 Zivilisten getötet. Damit habe die Zahl ziviler Opfer des Bürgerkriegs im ersten Halbjahr 2017 einen neuen Höchststand erreicht, teilte die UN-Mission in Afghanistan (UNAMA) in Kabul mit. Auch die Zahl getöteter Frauen und Kinder steigt nach einem Rückgang 2016 wieder an. So wurden von Januar bis Juni 174 Frauen getötet - 23 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. 462 Frauen wurden verletzt. Bei den Kindern stieg die Zahl der Getöteten auf 436.

Die Organisation macht für diese Entwicklung auch gewaltsame Auseinandersetzungen mitten in dicht bevölkerten Gebieten verantwortlich. So sind in der Hauptstadt Kabul Ende Mai alleine bei dem Anschlag nahe der deutschen Botschaft mehr als 150 Menschen getötet worden. Nach UN-Angaben waren 92 Zivilisten unter den Opfern.

Etwa 40 Prozent aller Opfer wurden demnach bei Bombenanschlägen getötet. Für die meisten Angriffe waren Extremistengruppen wie die Taliban oder die IS-Dschihadistenmiliz verantwortlich. Der Leiter der UNAMA-Mission, Tadamichi Yamamoto, appellierte an die Taliban, von Attentaten auf Zivilisten abzusehen. Auch an die Regierungskräfte richtete sich der Appell, in bewohntem Gebiet keine schweren Waffen einzusetzen.

Seit Beginn der UN-Zählung Anfang 2009 wurden laut UNAMA mehr als 26.500 Zivilisten in Afghanistan getötet und fast 49.000 weitere verletzt.

rb/myk (afp, dpa, kna)