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Politik

Mehr Geld für Entwicklungsländer, mehr Streit ums Klima

Der G8-Gipfel wurde weitgehend vom Terror in London bestimmt. Doch schließlich kam doch noch etwas für die Entwicklungsländer heraus. Beim zweiten großen Thema Klimaschutz wurde keine Einigung mit den USA erreicht.

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Gleneagles: abgelegen in den schottischen Highlands


Die Entwicklungsländer können bis 2010 mit zusätzlichen 50 Milliarden Dollar Entwicklungshilfe pro Jahr durch die reiche Welt rechnen. Das gab Tony Blair zum Abschluss des G8-Gipfels bekannt. Allein 25 Milliarden kommen Afrika zugute, was eine Verdoppelung der Hilfe für den Kontinent bedeutet. "Es ist nicht das Ende der Armut in Afrika, aber es gibt die Hoffnung, dass sie beendet werden kann", sagte der britische Premierminister. Und das sei kein Ende der Bemühungen - es sei der Anfang.

Die 25 Länder der Europäischen Union tragen 80 Prozent der versprochenen 50 Milliarden US-Dollar, ließ EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso wissen. Mit der Aufnahme der konkreten Finanzzusage in das Schlussdokument hatte sich Gastgeber Blair gegen Bedenken der USA, Deutschlands, Italiens und Kanadas durchgesetzt. Deutschland hatte Probleme wegen der völlig offenen Finanzierung. Eine Anleihe oder eine Abgabe auf Flugtickets waren in der Diskussion, ohne dass die Pläne konkretisiert wurden.

Schuldenerlass bestätigt

Die Erklärung der G8-Staaten spricht von einer "historischen Gelegenheit für Afrika". Die G8-Staaten hatten die politischen Führer aus Algerien, Äthiopien, Ghana, Nigeria, Senegal, Südafrika und Tansania zum Gipfel eingeladen. Auch UN-Generalsekretär Kofi Annan sowie die Spitzen von Weltbank und Währungsfonds nahmen an den Beratungen über Afrika teil. Das Schlussdokument bestätigt auch den im Juni vereinbarten sofortigen Schuldenerlass für 18 arme Länder, darunter 14 in Afrika, im Umfang von 40 Milliarden US-Dollar. Insgesamt werden 37 Staaten von dem Programm profitieren.

Aktionsplan Klimaschutz, unverbindlich

Zudem haben sich die G8 auf einen - unverbindlichen - Aktionsplan zum Kampf gegen den Klimawandel verständigt. Angesichts anhaltender Differenzen zwischen den USA und den Europäern verzichteten die G8 in ihrer Abschlusserklärung auf konkrete Festlegungen zur Reduzierung der klimaschädlichen Treibhausgase und Eindämmung der Erderwärmung.

Umweltschützer kritisierten die Beschlüsse scharf. Greenpeace sprach von einer "großen verpassten Chance". Für den Kampf gegen die globale Erwärmung sei "zu wenig bis gar nichts herauskommen". Nach Ansicht des Umweltschutzverbandes WWF hat der Gipfel den Klimaschutz nicht vorangebracht. Bei US-Präsident George W. Bush sei "keinerlei Bewegung erkennbar". Greenpeace-Sprecher Daniel Mittler beklagte, dass der US-Präsident den Klimaschutz in internationalen Verhandlungen "torpediert" habe.

USA bleiben bei Ablehnung

Die USA lehnen eine Umsetzung der Kyoto-Ziele zur Reduzierung der Kohlendioxid-Emissionen bis 2012 strikt ab. Sie haben als einzige G8-Nation das Kyoto-Protokoll nicht ratifiziert. In der gemeinsamen G8-Erklärung wird das Kyoto-Protokoll daher nur kurz am Ende erwähnt. Es heißt lediglich, dass die G8-Staaten, die das Kyoto-Protokoll ratifiziert haben, den Plan zum Erfolg führen wollen.

Einig sind sich die G8 immerhin darin, dass der Klimawandel ein langfristiges Problem ist und unter anderem auf menschliches (Fehl-)Verhalten zurückgeht. Aber: "Der G8-Gipfel hat es versäumt, ein klares Bekenntnis abzugeben, den globalen Temperaturanstieg unter zwei Grad Celsius zu halten", kritisierte die Leiterin des WWF-Klimaprogramms, Jennifer Morgan. (sams)

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