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Wirtschaft

Mehr Geld für Entwicklungshilfe

Die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit GTZ ist Deutschlands wichtigstes Unternehmen in der Entwicklungszusammenarbeit. Das Bundesunternehmen hat jetzt in Berlin eine Rekordbilanz vorgelegt.

Logo GTZ

Stolz präsentieren die Geschäftsführer die Jahresbilanz: 1,2 Milliarden Euro Umsatz machte die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit im Jahr 2008. Das ist ein Plus von 16 Prozent. Geschäftsführer Bernd Eisenblätter erwartet, dass das auch 2009 so bleibt – gerade weil die Finanzkrise die Situation in den Entwicklungsländern verschärft. "Ganz deutlich ist im Moment eine gewisse Orientierung auf das Thema Finanzsystementwicklung." So berate die GTZ Entwicklungsländer bei der Reform ihrer Wirtscahftspolitik und arbeite eng mit Finanzinstitutionen wie der Bundesbank zusammen.

Zuwachs an Entwicklungshilfe

GTZ-Experten beraten äthiopische Handwerker (Foto: dpa)

In Äthiopien baut die GTZ 13 Universitäten

Die GTZ wurde 1975 zur Umsetzung der deutschen Entwicklungspolitik gegründet. Juristisch als privatwirtschaftliches Unternehmen organisiert, ist sie hauptsächlich für das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit tätig. 2008 machten Gelder des BMZ immer noch 73 Prozent des Umsatzes aus, betont Erich Stather, der für das Ministerium im Aufsichtsrat der GTZ sitzt: "Die Grundlage dieses Erfolges ist der politische Erfolg der Ministerin." Heidemarie Wieczorek-Zeul habe in Haushaltsverhandlungen deutliche Steigerungen für ihr Ressort herausgeholt.

Dennoch hebt man bei der GTZ hervor, dass gerade auch die Zahl anderer Auftraggeber steigt. Das sind in der Bundesregierung zum Beispiel Umweltministerium und Auswärtiges Amt. Und auch internationale Organisationen wie EU und UNO oder die Regierungen von Partnerländern erteilen dem Unternehmen aus Eschborn Aufträge. So konnte der Bereich GTZ International Services, die solche Aufträge ausführt, seinen Umsatz um 21 Prozent steigern. Doch auch private Stiftungen sind unter den Auftraggebern der GTZ. So führt das Staatsunternehmen ein Projekt mit der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung durch, das Mikrokredite an 50 Millionen Menschen vergibt.

Sicherheitsprobleme wachsen

Drogenrehabilitationszentrum in Afghanistan (Foto: GTZ)

Schwerpunktland Afghanistan: Drogenrehabilitationszentrum

Von den 13.000 Mitarbeitern der GTZ sind knapp 10.000 nationale Mitarbeiter, also Bürger der jeweiligen Partnerländer, der Rest verteilt sich auf deutsche Experten im Ausland und Mitarbeiter der Zentrale. Schwerpunkte der Arbeit sind die afrikanischen Länder und Afghanistan. 83 Prozent ihrer Projekte beurteilt die GTZ als erfolgreich. Das bedeutet aber auch, dass knapp ein Fünftel der Projekte die Ziele nicht erreicht, räumt Wolfgang Schmitt, zweiter Geschäftsführer, ein.

Doch im Vergleich mit anderen Entwicklungsorganisationen sei die Erfolgsquote keinesfalls unterdurchschnittlich. "Wir arbeiten in Staaten, in denen eben die Randbedingungen nicht immer so stabil sind, wie wir uns das wünschten", erklärt er. So habe die Organisation beispielsweise mit der Verschärfung des Bürgerkriegs in Sri Lanka alle ihre Mitarbeiter außerhalb der Hauptstadt zurückziehen müssen. Auch in anderen Ländern wie Afghanistan und der Demokratischen Republik Kongo sei die Lage anch wie vor schwierig. Schwerpunkt der nächsten GTZ-Jahrestagung deshalb: Sicherheit.

Autor: Mathias Bölinger
Redaktion: Rolf Wenkel

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