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Aktuell Welt

Mehr Geld für den Artenschutz

Das Artensterben soll gestoppt werden - doch wer zahlt? Im indischen Hyderabad einigten sich die UN-Staaten darauf, wie die ehrgeizigen Ziele zum Schutz der Artenvielfalt finanziert werden sollen.

Zwei Jahre nach ihren Beschlüssen zum Stopp des Artensterbens hat sich die Weltgemeinschaft auf eine Finanzierung des ambitionierten Plans geeinigt. Die Delegierten der 193 Staaten auf der UN-Artenschutzkonferenz (CBD) beschlossen, dass Industriestaaten ihre Zahlungen an die Entwicklungsländer bis 2015 verdoppeln sollen. Die Naturschutzhilfen sollen 10 Milliarden Dollar (etwa 7,7 Milliarden Euro) jährlich erreichen, wie ein CBD-Sprecher sagte. Wie sich die Transferleistungen danach entwickeln, soll auf der nächsten Konferenz 2014 festgelegt werden.

Mit dem Geld sollen bis 2020 eine ganze Reihe internationaler Ziele zum Artenschutz erreicht werden. Die Finanzierung war lange umstritten, vor allem die Industriestaaten stemmten sich dagegen, den Löwenanteil der Finanzierung des Artenvielfalt-Schutzes weltweit zu übernehmen.

Europa bleibt größter Zahler

Die 27 europäischen Staaten übernehmen nach Angaben des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) derzeit etwas mehr als die Hälfte der Kosten des globalen Umweltschutzes, nämlich drei Milliarden Euro jährlich. Die nun verabschiedete Verdopplung wird den Angaben zufolge jedoch anhand des Durchschnittswertes der Jahre 2006 bis 2010 ermittelt, der bei knapp 1,7 Milliarden Euro liege. Bis zum Jahr 2015 müssten die Europäer ihre Hilfen also auf 3,4 Milliarden Euro erhöhen. Das Geld soll für neue Nationalparke, Waldschutzgebiete und nachhaltige Landnutzungsprojekte in den Entwicklungsländern ausgegeben werden.

Verbesserter Wald- und Meeresschutz

Umweltorganisationen begrüßten ausdrücklich die Ergebnisse, die die Delegierten auf der fast zweiwöchigen Konferenz beim Wald- und Meeresschutz erzielten. So seien 48 ökologisch bedeutsame Meeresgebiete in der Karibik, dem westlichen Atlantik und dem südwestlichen Pazifik anerkannt worden, erklärte die Naturschutzorganisation WWF. Damit komme man dem vor zwei Jahren beschlossenen Ziel näher, zehn Prozent der Meere unter Schutz zu stellen. Nach UN-Angaben gibt es bislang nur wenige zumeist kleine Schutzgebiete, die weniger als ein Prozent der Ozeane ausmachen.

GD/haz (dpa, afp, epd)