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Top-Thema – Podcast

Mehr Frauen in Führungspositionen

Mindestens 30 Prozent der Aufsichtsräte in bestimmten großen deutschen Unternehmen müssen ab 2016 weiblich sein. Das neue Gesetz betrifft nur wenige Stellen, dennoch wird viel darüber diskutiert.

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Mehr Frauen in Führungspositionen – das Top-Thema als MP3

Die Frauenquote kommt. Damit ist ein Gesetz gemeint: Es schreibt großen börsennotierten Unternehmen ab 2016 vor, 30 Prozent der Stellen in ihren Aufsichtsräten an Frauen zu vergeben. In einigen anderen Bereichen, zum Beispiel an Universitäten, gibt es ähnliche Regelungen schon länger. Neu ist: Wer sich nicht an die Quote hält, soll mit Sanktionen bestraft werden. Schicken Arbeitgeber und Gewerkschaften nicht ein Drittel Frauen in die Aufsichtsräte, dürfen die Stellen gar nicht besetzt werden.

Für die meisten Berufstätigen in Deutschland ändert sich durch dieses neue Gesetz nichts, denn die Quote betrifft nur wenige Spitzenjobs in insgesamt 108 Firmen. Aber in Zukunft könnte es weitere Regelungen für andere Bereiche geben. Deshalb ist die Frauenquote umstritten, und über die Frage, ob das Gesetz gerecht ist, wird viel diskutiert.

Einige Gegner meinen, durch eine solche Regelung, werden nun Männer diskriminiert. Andere fragen: Sollten nicht die beruflichen Qualifikationen des Bewerbers oder der Bewerberin wichtiger sein als das Geschlecht? Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Ulrich Grillo, warnt: „Gesetzliche Quoten sind kontraproduktiv.“

Die Quotenbefürworter finden dagegen, dass auf jeden Fall mehr Frauen in Führungspositionen arbeiten sollten. Es gibt genug geeignete Frauen, sagt Monika Schulz-Strelow von der Initiative „Frauen in die Aufsichtsräte“. Manche Befürworter hoffen, dass es in der Wirtschaft einen ähnlichen Effekt wie in der deutschen Politik geben wird: Dort war es 1979 die Partei „Die Grünen“, die zuerst eine Frauenquote einführte. Andere Parteien folgten ihrem Beispiel, weil sie Angst um ihr Image hatten.


Glossar

Führungsposition, -en (f.) – eine Arbeitsstelle mit Verantwortung für Mitarbeiter

Aufsichtsrat, -räte (m.) – eine Gruppe von Experten, die eine große Firma kontrollieren soll

Quote, -n (f.) – eine bestimmte Anzahl; eine bestimmte Prozentzahl von etwas

jemandem etwas vor|schreiben – bestimmen, wie jemand handeln soll

börsennotiert – so, dass Aktien an der Börse gehandelt werden

eine Stelle vergeben – jemandem eine Arbeitsstelle geben; eine Person einstellen

sich an etwas halten – etwas befolgen; etwas so machen, wie es entschieden wurde

eine Stelle besetzen – jemandem eine Stelle geben; eine Person einstellen

Spitzenjob, -s (m., Job = aus dem Englischen) – eine Arbeit mit sehr viel Verantwortung

umstritten – so, dass viel darüber diskutiert wird; so, dass es unterschiedliche Meinungen gibt

jemanden diskriminieren – jemanden wegen etwas schlechter behandeln als andere

Qualifikation, -en (f.) – die berufliche Ausbildung oder Weiterbildung

Verband, Verbände (m.) – die Organisation

warnen – hier: sagen, dass etwas nicht funktionieren wird

kontraproduktiv – so, dass etwas nicht die gewünschten Ergebnisse liefert

Befürworter, -/Befürworterin, -nen – jemand der etwas gut findet und es unterstützt

Initiative, -n (f.) – eine Gruppe, die sich für ein bestimmtes Ziel einsetzt

Effekt, -e (m.) – das Ergebnis; die Reaktion

Image, -s (n., aus dem Englischen) – das Ansehen; der Ruf


Fragen zum Text

1. Was stimmt nicht? Das neue Gesetz …
a) regelt den Anteil von Frauen in den Aufsichtsräten bestimmter Unternehmen.
b) gilt in Deutschland ab 2016.
c) erlaubt Unternehmen, weiter nur männliche Aufsichtsräte einzustellen, wenn sie keine geeignete Frau für die Stelle finden.

2. In Deutschland …
a) hat das neue Gesetz Folgen für viele Arbeitnehmer.
b) könnten in Zukunft auch in anderen Bereichen Frauenquoten eingeführt werden.
c) finden alle das Gesetz gerecht.

3. Die Befürworter der Frauenquote …
a) wünschen sich, dass mehr Frauen in Spitzenjobs arbeiten.
b) haben Angst, dass es nicht genug qualifizierte Frauen gibt.
c) wollen nicht, dass das Gesetz Vorbild für andere Bereiche der Wirtschaft ist.

4. Wie heißt die richtige Form im Passiv Präsens? Das Gesetz führt dazu, dass Männer …
a) diskriminieren wird.
b) diskriminiert werden.
c) diskriminieren werden.

5. Wie heißt die richtige Form im Futur I? In Zukunft … es sicher weitere Gesetze …
a) werden … geben.
b) gibt … werden.
c) wird … geben.


Arbeitsauftrag
Im Artikel findet ihr Argumente der Befürworter und der Gegner der Frauenquote. Wie findet ihr das Gesetz? Teilt euren Kurs in zwei Gruppen, in Gegner und Befürworter. Sammelt weitere Argumente und führt eine Debatte.

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