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Aktuell Nahost

Mehr deutsches Militär-Engagement im Nordirak

Luftangriffe durch die Bundeswehr bleiben weiterhin ausgeschlossen. Stattdessen will die Verteidungsministerin die Kämpfer vor Ort noch mehr unterstützen - nicht nur mit Waffen, sondern auch durch Ausbildung.

Deutschland will sein Engagement im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) im Irak deutlich ausweiten. Mit welchen Mitteln, wird nun im Verteidigungsministerium geprüft. Im Gespräch ist unter anderem der Aufbau eines militärischen Ausbildungszentrums für die kurdischen Peschmerga-Soldaten in Erbil. Auch die Beteiligung am Training irakischer Soldaten sowie die Entsendung zusätzlicher Bundeswehr-Offiziere in Führungsstäbe sei möglich, sagte eine Sprecherin von Ministerin Ursula von der Leyen.

Die USA hatten die Verbündeten im Kampf gegen den IS diese Woche um ein verstärktes Engagement gebeten. Die Bundeswehr liefert bereits seit mehreren Tagen Waffen an die Peschmerga. Gleichzeitig werden im fränkischen Hammelburg 32 kurdische Soldaten an der Panzerwaffe "Milan" ausgebildet (Artikelbild).

"Der Winter bringt den Tod"

Unterdessen hat Entwicklungshilfeminister Gerd Müller (CSU) die Weltgemeinschaft dazu aufgerufen, die Flüchtlingshilfe zu verstärken. Nach seinem Besuch im Nordirak warnte Müller vor dem baldigen Wintereinbruch: "Wir haben nur noch ein Zeitfenster von sechs Wochen. Erst kommt der Regen, dann kommt die Kälte- und dann kommt der Tod." In einem Interview mit der "Saarbrücker Zeitung" (Samstagsausgabe) fordert Müller eine Aufstockung der Mittel für das World Food Programm und für das Flüchtlingshilfswerk UNHCR. Auch müsse die EU eine Sondermilliarde bereitstellen.

Müller hatte sich am Mittwoch und Donnerstag vor Ort einen Eindruck von der Situation im Nordirak verschafft. Seiner Einschätzung zufolge wird die Bewältigung des Flüchtlingsdramas sowohl in der Kurdenregion als auch in Syrien die Weltgemeinschaft noch über Jahre beanspruchen. Zudem hätten die Luftangriffe der USA auf die Kämpfer des "Islamischen Staats" (IS) die Lage der Flüchtlinge noch weiter verschärft.

djo/ml (dpa, epd)