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Europa

Mehr Betreuung, mehr Kontrollen

Zwei Millionen Menschen sind in der EU drogenabhängig, 7500 sterben jährlich an der Sucht. Der neue EU-Drogen-Aktionsplan sieht den Ausbau der Behandlungs- und Beratungsmöglichkeiten sowie stärkere Kontrollen vor.

Drogenpakete auf einem Tisch (Quelle: dpa)

Beschlagnahmtes Kokain - können bessere Einfuhrkontrollen den Drogenkonsum senken?

Für die meisten Menschen ist es selbstverständlich, 25 Jahre alt zu werden. Bei anderen grenzt es fast schon an ein Wunder. Dass die britische Soulsängerin Amy Winehouse gerade ihr erstes Vierteljahrhundert feiern konnte, hat zumindest etwas Überraschendes. Denn Winehouse zeigt mit ihren Drogen- und Alkoholexzessen eine geradezu zerstörerische Lust am eigenen Untergang. Kokain heißt der Stoff, der sie an den Abgrund geführt hat.

Winehouse ist ein besonders krasses Sinnbild für die Gefahren, die auf europäische Jugendliche lauern. Denn während der Konsum von Heroin sowie synthetischer Drogen stagniert und in manchen Ländern leicht zurückgegangen ist, ist Kokain laut den neuesten Zahlen der europäischen Drogenbeobachtungsstelle nicht nur in Musiker- und Managerkreisen zur Modedroge Nummer eins avanciert, berichtete EU-Innenkommissar Jacques Barrot: "Wir stellen sogar weltweit einen Anstieg von Kokainkonsum fest, der sehr besorgniserregend ist." Barrot sprach am Donnerstag (18.09.2008) bei der Vorstellung des neuen Drogen-Aktionsplans der EU.

Immer mehr Kokain

Mann vor blauem Hintergrund, gestikuliert (Quelle: dpa)

EU-Innenkomissar Barrot stellt den Aktionsplan gegen Drogen vor.

Einen Anstieg bei der Zahl von Kokainkonsumenten vor allem bei Jugendlichen zwischen 15 und 16 Jahren melden Großbritannien, Frankreich und Spanien. Das Beispiel Amy Winehouse ist umso problematischer, als sich viele Jugendliche am Vorbild von Popgrößen orientieren. Deswegen will die EU-Kommission unter anderem auch Prominente einsetzen, um ihre Kampagne gegen Drogen zu unterstützen.

"Ich will heute zu einer europaweiten Allianz aufrufen im Kampf gegen Drogen", so Barrot. Ziel sei es, die Bevölkerung zu sensibilisieren, vor allem die Jugendlichen aber auch Betriebe und lokale Behörden auf die Problematik aufmerksam zu machen. Die Beteiligten "verpflichten sich zu konkreten Maßnahmen. Wir wollen auch berühmte Persönlichkeiten einbinden, die sich direkt an die Jugendlichen wenden."

Bessere Zusammenarbeit innerhalb EU

Im Vordergrund des neuen EU-Aktionsplans gegen Drogen für die Jahre 2009 bis 2012 steht eine Verbesserung der Zusammenarbeit der einzelnen Mitgliedstaaten in diesem Bereich, sagt Barrot. "Das ist unsere Stärke, große Präventionskampagnen auf europaweiter Ebene lancieren zu können."

Notwendig ist aus Sicht der EU-Kommission eine engere Kooperation von Polizei- und Zollbehörden gegen den Drogenschmuggel. Illegale Rauschmittel gelangen nach Angaben von Barrot zunehmend auch auf dem Seeweg von Westafrika aus nach Europa. Auch beim Kampf gegen die Verbreitung von synthetischen Drogen setzt Barrot auf eine verbesserte Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten. Sein Ziel: eine einheitliche europäische Gesetzgebung in diesem Bereich. Die wünscht sich Barrot auch gegen Drogengebrauch im Straßenverkehr. Gerade junge Menschen seien sich oft nicht bewusst, wie hoch das Risiko für die Verkehrssicherheit sei.

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