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Deutschland

Mehr ausländische Fachkräfte für Deutschland

Wirtschaftsminister Brüderle will Deutschland für ausländische Arbeitnehmer attraktiver machen. Er plant deshalb eine Fachkräfte-Initiative und schlägt eine "Lockprämie" vor. Zahlen sollen sie allerdings die Unternehmen.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (Foto: dpa)

Wirtschaftsminister Rainer Brüderle will eine Fachkräfte-Initiative starten

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle macht sich in der Bundesregierung für die Anwerbung ausländischer Fachkräfte stark. "Das Thema, wie Deutschland für ausländische Arbeitnehmer endlich attraktiv wird, steht ganz oben auf meiner Agenda", sagte Brüderle dem "Handelsblatt" vom Freitag (30.07.2010).

Dafür könnte laut Brüderle zum einen die Einkommensschwelle gesenkt werden, an der sich entscheidet, ob ein Ausländer eine längerfristige Aufenthaltsgenehmigung bekommt. Bisher müssen Bewerber einen Arbeitsvertrag mit 66 000 Euro Jahresgehalt nachweisen, um ein sicheres Aufenthaltsrecht zu erhalten. Zum anderen hält der FDP-Politiker auch ein "Begrüßungsgeld" der deutschen Wirtschaft für ausländische Fachkräfte für möglich. "Es ist denkbar, dass einige Unternehmen, die es sich leisten können und dringenden Bedarf haben, ausländischen Facharbeitern eine Lockprämie zahlen", sagte Brüderle. Er schloss aber aus, dass der Bund die Prämien mit Steuern bezahlt.

Brüderle: Fachkräftemangel das Kernproblem

Der Minister geht davon aus, dass der Fachkräftemangel in den nächsten Jahren zu einem größeren "Schlüsselproblem" für den deutschen Arbeitsmarkt wird als die Arbeitslosigkeit. Bei drei Millionen Arbeitslosen sei das Problem noch nicht so sichtbar. "Aber je länger der Aufschwung anhält, desto größer wird das Problem", so der Wirtschaftsminister. Auch Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hatte sich am Wochenende dafür ausgesprochen, verstärkt ausländische Fachkräfte anzuwerben.

BundesforschungsministerinAnnette Schavan (Foto: ap)

Auch Bildungsministerin Annette Schavan spricht sich für die Anwerbung ausländischer Hochqualifizierter aus

Der Wirtschaftsminister plant für die nächsten Monate eine Fachkräfte-Initiative an. Brüderle erklärte: "Mir geht es darum, ein Gesamtkonzept zu entwickeln, mit dem qualifizierte ausländische Arbeitnehmer nach Deutschland kommen." Auch Wirtschaftsverbände und Wissenschaftler sollten sich an der Initiative beteiligen. Union und FDP vereinbarten schon im Koalitionsvertrag, den Arbeitsmarktzugang für Ausländer neu zu regeln. So hieß es darin: "Der Zugang von ausländischen Hochqualifizierten und Fachkräften zum deutschen Arbeitsmarkt muss systematisch an den Bedürfnissen des deutschen Arbeitsmarkts ausgerichtet und nach zusammenhängenden, klaren, transparenten und gewichteten Kriterien wie beispielsweise Bedarf, Qualifizierung und Integrationsfähigkeiten gestaltet werden."

Brüderle hält Vollbeschäftigung für möglich

Hinsichtlich der Arbeitslosigkeit äußerte sich Brüderle optimistisch: "Die Zahl der Arbeitslosen könnte demnächst unter drei Millionen rutschen und die Zahl der Kurzarbeiter unter die Marke von 100.000 fallen." Angesichts der positiven Entwicklung sei auch ein historischer Tiefstand möglich. Der Minister dazu: "Wenn der Trend anhält, und dafür gibt es einige Indizien, halte ich mittelfristig eine Arbeitslosenquote von vier Prozent für Deutschland durchaus für erreichbar. In manchen Regionen haben wir quasi schon Vollbeschäftigung."

Von Vollbeschäftigung wird gesprochen, wenn die Arbeitslosenquote unter vier Prozent liegt.

Autorin: Naima El Moussaoui (dpa, afp, apn)

Redaktion: Thomas Grimmer

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