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Aktuell Deutschland

Mehr als zehn Jahre Haft für Autobahnschützen

Insgesamt 762 Schüsse hatte ein LKW-Fahrer auf andere Fahrzeuge abgegeben und damit der Polizei jahrelang Rätsel aufgegeben. Jetzt wurde der Mann vom Landgericht Würzburg zu zehneinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.

Zwischen 2008 und 2013 hatte Michael K. immer wieder von seiner Fahrerkabine aus auf andere Lastwagen geschossen. Dabei trafen seine Kugeln auch Autos. In einem Fall war eine Autofahrerin von einem Querschläger am Hals schwer verletzt worden. Jahrelang tappten die Ermittler auf der Suche nach dem sogenannten "Autobahnschützen" im Dunkeln, doch im Juni 2013 brachte ein Datenabgleich des Bundeskriminalamts die Fahnder schließlich auf die Spur des 58-jährigen LKW-Fahrers aus der Eifel. Die Beamten hatten an mehreren Autobahnabschnitten die Kennzeichen aller vorbeifahrenden Autos erfasst und mit den Tatzeiten abgeglichen.

Seit August lief der Prozess am Würzburger Landgericht, am Morgen fällten die Richter nun ihr Urteil: Zehn Jahre und sechs Monate Gefängnis wegen vierfachen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und vorsätzlichen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.

Frust als Auslöser der Schüsse

Der Angeklagte hatte die Schüsse im Laufe des Prozesses zugegeben und beteuert, er habe immer nur auf die LKW-Anhänger geschossen und niemanden verletzen wollen. Nach Ansicht des zuständigen Oberstaatsanwalts Boris Raufeisen hatte Michael K. die Taten aus Frust begangen. Er habe die Situation auf den Autobahnen als "Krieg" empfunden und sich für eigene negative Erlebnisse rächen wollen.

Die drei Verteidiger kündigten unmittelbar nach der Urteilssprechung an, in Revision gehen zu wollen. Ihrer Ansicht nach sind die bei der Fahndung vorgenommene elektronische Überwachung und Auswertung von Millionen von Kennzeichen rechtswidrig gewesen. Der Vorsitzende Richter Burkhard Pöpperl betonte dagegen, dass die Datensammlung rechtlich geprüft worden sei.

djo/sti (afp, dpa)