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Nahost

Mehr als tausend Menschen im Libanon getötet

Die israelischen Offensive im Libanon forderte bisher mehr als tausend Tote. Auch heute gingen die Angriffe unvermindert weiter. Unterdessen ringt der UN-Sicherheitsrat weiter um eine Resolution.

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Die Verwandten dieser Frau in Gassaniyeh wurden am Montag von einem Haus begraben

Israel Libanon Panzer warten an der Grenze

Israelische Soldaten an der Grenze zum Libanon

Ein Angriff der israelischen Luftwaffe lief dabei weit glimpflicher ab, als zunächst befürchtet: Der libanesische Ministerpräsident Fuad Siniora hat die Totenzahl im Grenzdorf Hula drastisch nach unten korrigiert. Statt wie zunächst bekannt gegeben 40 Menschen sei eine Person bei dem Angriff vom Montag getötet worden, sagte Siniora. "Es war angenommen worden, dass ein ganzes Gebäude über 40 Menschen eingestürzt ist. Gott sei Dank sind sie gerettet worden." Ein Bewohner sagte, etwa 50 Menschen seien lebend aus den Trümmern gerettet worden.

Zuvor hatte es geheißen, bei dem Angriff seien zahlreiche Häuser zerstört worden. Bis zu 50 Menschen wurden unter den Trümmern vermutet. Israelische Kampfflugzeuge hatten Sicherheitskreisen zufolge die Ortschaft am Morgen beschossen.

Kämpfer der libanesischen Hisbollah-Miliz hatten zuvor israelische Streitkräfte in der Nähe des Dorfes angegriffen. Die Hisbollah feuerte am Montag erneut Raketen auf den Norden Israels ab. Mindestens zwei Israelis wurden nach Angaben von Rettungskräften verletzt.

Israel Libanon zerstörte Häuser bei Sidon

Zerstörte Häuser bei Sidon

Mehr als tausend Tote

Seit Beginn der israelischen Angriffe auf den Libanon sind 928 Zivilisten getötet worden, teilte der Rettungsdienst der Regierung in Beirut mit. Darunter seien etwa 280 Kinder unter zwölf Jahren. Zudem verzeichnete die Regierung den Tod von 30 libanesischen Soldaten und Polizisten. Die UN-Truppe FINUL beklagte den Tod von vier internationalen Beobachtern. Insgesamt kamen damit 1022 Menschen ums Leben. Die Zahl der Verletzten wurde vom Rettungsdienst in Beirut am Montag mit 3369 angegeben.

Nach Angaben der Armee wurden bislang 59 israelische Soldaten getötet. Die Zahl der getöteten Hisbollah-Milizionäre gibt das Militär mit mehr als 400 an.

Ringen um UN-Resolution

Unterdessen hat der Weltsicherheitsrat die Abstimmung über eine Libanon-Resolution aufgeschoben, um den Entwurf umarbeiten zu können. Es wurde erwartet, dass Washington und Paris, die sich auf einen Entwurf geeinigt hatten, am Montag eine revidierte Fassung ihres Vorschlags vorlegen würden.

Darin soll einigen Forderungen der arabischen Welt nach Änderungen Rechnung getragen werden. Israel hielt sich mit einer offiziellen Stellungnahme weiter zurück. "Wir müssen die Sorgen aller bedenken, ohne die Logik des Textes aufzugeben", sagte der französische UN-Botschafter Jean-Marc de la Sabliere mitteilte. Viel Zeit bleibe dem Rat aber nicht mehr, der Moment für eine Entscheidung sei bald gekommen. Eine Abstimmung über den Entwurf ist UN-Diplomaten zufolge frühestens am Dienstag zu erwarten.

"Zusammenbruch der Wirtschaft"

Eine Sprecherin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) äußerte tiefe Besorgnis über die Lage der Zivilbevölkerung im Südlibanon. Seit drei Tagen hätten Hilfsorganisationen keinen Zugang mehr zu der Region. Die Menschen in den Dörfern versteckten sich in den Kellern.

Der Chef der Hilfsorganisation Caritas International, Martin Salm, warnte vor einem Zusammenbruch der libanesischen Wirtschaft. "Wir machen uns sehr große Sorgen, dass die gesamte Wirtschaft kollabiert, wenn dieser Krieg und auch die Blockade des Landes weitergeht", sagte Salm am Montag im Südwestrundfunk. "Es gibt kaum noch Verkehr, es gibt kaum noch Handel." Sollte der bewaffnete Konflikt nicht bald enden, drohe ein "großes humanitäres Desaster". Bis zu eine Million Menschen, ein Viertel der Gesamtbevölkerung, sei auf der Flucht. "Ihre Lage ist wirklich verzweifelt. Es wird kaum Rücksicht genommen." (stu/sams)

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