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Aktuell Nahost

Mehr als 650 Tote bei Giftgas-Einsatz von Assad-Soldaten?

Betroffen sein sollen laut syrischer Opposition Rebellen-Hochburgen nahe Damaskus. Dies wäre ein Fall für die im Land weilenden Chemwiewaffen-Kontrolleure der UN. Doch deren Aktionsradius wird von Assad begrenzt.

Syrische Oppositionsaktivisten werfen Soldaten von Präsident Bashar al-Assad den Einsatz von Giftwaffen bei der Bombardierung von Rebellenhochburgen nahe der Hauptstadt Damaskus vor. "Mehr als 650 Tote sind das Ergebnis einer tödlichen Attacke mit Chemiewaffen in Syrien", heißt es in einer Meldung der Nationalen Koalition, der wichtigsten Oppositionsgruppe, im Kurznachrichtendienst Twitter. Zuvor hatten bereits andere Oppositionelle und Sanitäter von einem Nervengas-Angriff durch Assads Truppen in der Region Ghuta gesprochen. Die Angaben konnten bisher von unabhängiger Seite nicht überprüft werden.

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Syrien: Neue Giftgas-Vorwürfe

Eine Oppositionsgruppe, der allgemeine syrische Revolutionsausschuss, veröffentlichte Videos auf YouTube im Internet, die den Giftgaseinsatz belegen sollen. Zuvor war von zahlreichen Toten bei der Bombardierung von Vororten der Hauptstadt die Rede gewesen. Betroffen seien vor allem der Bezirk Al-Ghuta Al-Scharkija, der als Hochburg des Widerstandes gegen das Assad-Regime gilt, sowie Moadhamijat al-Scham. Die Zahl der Verletzten wurde von den Aktivisten auf etwa 600 beziffert.

Opposition verlangt Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats

Die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter bestätigte die Angriffe unter Berufung auf eigene Informanten vor Ort, nannte jedoch keine Opferzahlen. Sie rief die Chemiewaffen-Experten der Vereinten Nationen auf, die bombardierten Dörfer zu besuchen. In der syrischen Hauptstadt hält sich derzeit ein UN-Team auf, das den Einsatz von Giftgas im syrischen Bürgerkrieg untersuchen soll. Die Regierung hat den Experten jedoch bislang nur gestattet, drei Orte aufzusuchen, in denen Chemiewaffen zum Einsatz gekommen sein sollen.

Der syrische Oppositionschef Ahmad Dscharba verlangte im arabischen TV-Sender Al-Arabija eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats in New York wegen des "Massakers" nahe Damaskus. Großbritanniens Außenminister William Hague versicherte, sein Land werde die Vorwürfe vor dem höchsten UN-Gremium erörtern.

Regierung weist Vorwürfe zurück

Die syrische Führung wies die Angaben der Rebellen zurück. Sie entbehrten jeglicher Grundlage, berichtete das staatliche Fernsehen unter Berufung auf eine nicht näher genannte Quelle. Die Vorwürfe zielten vielmehr darauf ab, die Aufmerksamkeit der UN-Chemiewaffenexperten auf sich zu ziehen.

Die syrischen Behörden und Rebellen werfen sich gegenseitig den Einsatz von Chemiewaffen in dem seit zwei Jahren andauernden Bürgerkrieg vor, bei dem schon mehr als 100.000 Menschen getötet worden sind.

sti/se (afp, dpa, dpae, rtre)

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