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Kultur

Mehr als 54.000 Tote

Die Situation im Erdbebengebiet in Südasien ist noch nicht unter Kontrolle. Die Wetterbedingungen haben sich inzwischen verbessert, die Zahl der Opfer steigt aber weiter.

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Die Zahl der Todesopfer nach dem verheerenden Erdbeben in Südasien steigt weiter. Der Ministerpräsident des pakistanischen Teils von Kaschmir, Sikandar Hayat Khan, erklärte am Sonntagabend (16.10.2005), allein in seiner Provinz seien mindestens 40.000 Menschen ums Leben gekommen. 13.000 Tote wurden bislang in der pakistanischen Nordwestprovinz registriert, aus dem indischen Teil Kaschmirs wurden 1350 Tote gemeldet.

Die Zahl der Verletzten wurde von offizieller Seite mit mindestens 62.000 angegeben. 200.000 Häuser wurden zerstört.

Zwei Nachbeben der Stärke 4,5 erschütterten die Katastrophenregion am frühen Montagmorgen. Die sintflutartigen Regenfälle ließen dagegen inzwischen nach, so dass die Bergungs- und Versorgungsaktionen wieder verstärkt werden konnten. Am Sonntag hatte die Hilfe aus der Luft wegen des Wetters weitgehend eingestellt werden müssen.

Besonders viele Kinder betroffen

Zu den Todesopfern in Pakistan gehören offiziellen Angaben zufolge tausende Kinder. Und tausende Kinder seien zu Waisen geworden. Etliche von denen, die ihre Eltern verloren haben, traumatisiert und zum Teil schwer verletzt sind, wurden ins Institut für Medizinische Wissenschaften nach Islamabad gebracht.

Der Beauftragte der Vereinten Nationen (UN) für Nothilfe, Jan Egeland, sagte, das Ausmaß der Zerstörung sei "größer als das bei dem Tsunami in Indonesien". Der Wiederaufbau werde Milliarden von Dollar verschlingen und fünf bis zehn Jahre dauern. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben den Bau eines 200-Betten-Krankenhauses in Muzaffarabad bis Februar 2006 angekündigt.

Angesichts der Katastrophe hat sich das angespannte Verhältnis zwischen Pakistan und Indien offenbar etwas entspannt. Der pakistanische Ministerpräsident Shaukat Aziz sprach am Sonntag in einem Interview des Senders CNN von "einer guten nachbarschaftlichen Einstellung". Indien hatte Pakistan mit umfangreichen Hilfslieferungen in die am schwersten betroffenen Gebiete unterstützt. All diese Aktionen würden - zusätzlich zum eingeläuteten Friedensprozess - das Vertrauen zwischen den beiden rivalisierenden Atommächten stärken, sagte Aziz.

Erdbeben in der Ägäis

Ein Erdbeben der Stärke 5,7 hat am Montag den Meeresboden der Ägäis erschüttert und die Bewohner der Region in Schrecken versetzt. Verletzte oder größere Schäden wurden weder von der türkischen Küste noch von den griechischen Inseln gemeldet. Viele Menschen rannten jedoch in Panik auf die Straße, wie türkische und griechische Medien berichteten. Die Seismologen in Athen gaben die Stärke des Bebens sogar mit dem Wert 6 an. Die Erschütterungen waren vor allem in der westtürkischen Großstadt Izmir und Umgebung sowie auf den griechischen Ägäisinseln Chios, Samos und Ikaria zu spüren. (sams)