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Politik

Mehr als 50 Zivilisten im Norden Sri Lankas getötet

Die Führung Sri Lankas feiert bereits den endgültigen Sieg über die tamilischen Rebellen. Aus dem Norden des Inselstaats werden derweil immer neue Opfer unter Zivilisten gemeldet. Der Westen fordert eine Waffenruhe.

Flüchtlinge verlassen Bus, empfangen von Soldaten, dahinter Stacheldrahtverhau (dpa)

Flüchtlingen aus dem Norden Sri Lankas gelang es, aus der Kampfzone zu entkommen

Präsident Mahinda Rajapakse versuchte es wieder mit großem Pathos, wiederholte ansonsten die oft gehörten Slogans seiner Regierung. Die endgültige Zerschlagung der "Befreiungstiger von Tamil Eelam" (LTTE) sei nur eine Frage von Tagen, man stehe vor einer "Ära der nationalen Wiedererweckung", erklärte das Staatsoberhaupt am Mittwoch (04.02.2009) bei der Militärparade zum 61. Unabhängigkeitstag in Colombo. Sri Lanka sei nicht länger das Opfer der LTTE, die er als die "mächtigste Terrororganisation der Welt" bezeichnete, die viele für unschlagbar gehalten hätten. Mehr als 10.000 Polizisten waren zum Schutz der Militärshow eingesetzt.

Präsident Rajapakse (ap)

Beschwor den "heldenhaften Sieg" der Nation über die Tamilen: Präsident Rajapakse

Rajapakse rief alle Bevölkerungsgruppen und Parteien zur nationalen Einheit auf und appellierte an die Flüchtlinge im Exil, angesichts des bevorstehenden "würdevollen Friedens" in ihr Heimatland zurückzukehren.

Letztes Krankenhaus der Kampfregion geschlossen

Bei den jüngsten Kämpfen zwischen Regierungssoldaten und tamilischen Rebellen sind nach Angaben der Vereinten Nationen mindestens 52 Zivilisten getötet worden. Die Menschen seien am Dienstag durch Artilleriebeschuss in Suranthapuram umgekommen, berichtete UN-Sprecher Gordon Weiss in Colombo. Mindestens 80 Personen seien zum Teil schwer verletzt. Das letzte funktionierende Krankenhaus in der Region sei nach anhaltendem Bombardement, bei dem auch Streubomben zum Einsatz gekommen seien, jetzt geräumt worden.

Die Armee hat die Rebellen, die einst weite Teile der Insel kontrollierten, auf einen kleinen Streifen Land im Nordosten zurückgedrängt und dort eingekesselt. Hilfsorganisationen haben ihre massive Sorge über das Schicksal der nach ihren Angaben rund 250.000 im Kampfgebiet eingeschlossenen Zivilisten geäußert.

Bei einem Treffen in Washington riefen auch die Außenminister der USA und Großbritanniens, Hillary Clinton und David Miliband, beide Konfliktparteien auf, aus humanitären Gründen sofort wenigstens einer befristeten Waffenruhe zuzustimmen. (sc)

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