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Aktuell Nahost

Mehr als 50 Anschlagsopfer im Irak

Eine Serie von Anschlägen erschüttert den Irak nur zwei Tage vor den Parlamentswahlen. Bei vielen Opfern handelt es sich um Soldaten und Polizisten, die die Wahl am Mittwoch absichern sollten.

Neun Selbstmordattentäter haben Wahllokale in der Hauptstadt Bagdad und anderen Städten angegriffen. Bei den Attentaten wurden nach jüngsten Meldungen mindestens 57 Menschen getötet. Die meisten davon waren Soldaten oder Polizisten. Sie waren bereits am Montag zur Stimmabgabe aufgerufen, weil sie bei der Wahl am Mittwoch zur Sicherung des Urnengangs eingesetzt werden sollten. Auch Patienten in Krankenhäusern und medizinisches Personal wählten bereits am Montag.

Der schwerste Anschlag mit mindestens 30 Todesopfern ereignete sich in Chanakin im Norden des Landes, wo Anhänger des erkrankten Präsidenten Dschalal Talabani die Veröffentlichung eines Videos feierten, das ihn offenbar bei der Stimmabgabe zeigte. Bei der Explosion in der Nähe des Büro von Talabanis Partei Patriotische Union Kurdistans wurden mindestens 50 Menschen verletzt.

Acht Selbstmordattentäter sprengten sich nach Behördenangaben bei Wahllokalen in Bagdad und nördlich der Hauptstadt in die Luft. In einem Wahllokal im Westen Bagdads riss ein Attentäter sieben Polizisten mit in den Tod. In einem weiteren Wahllokal im Norden Bagdads tötete ein Selbstmordattentäter fünf Sicherheitskräfte.

Ministerpräsident vor dritter Amtszeit

In Mossul wurden bei Selbstmordanschlägen ein Soldat getötet und 22 Menschen wurden verletzt, darunter sechs Journalisten, die in einem Armeebus zu einem Wahllokal gebracht wurden. Zu den Gewalttaten bekannte sich zunächst niemand.

Im Irak wird am Mittwoch zum ersten Mal seit dem Abzug der US-Truppen Ende 2011 ein neues Parlament gewählt. In dem Land hat die Gewalt zwischen den Religionsgruppen massiv zugenommen. Im Zuge des Machtkampfs zwischen Schiiten und Sunniten sind seit Jahresbeginn fast 3000 Menschen umgekommen. Auch der Wahlkampf wurde von Anschlägen auf Kandidaten und Wahllokale überschattet. Allein 2013 wurden nach UN-Angaben 8868 Menschen durch Anschläge getötet.

Rund 21 Millionen Iraker sind wahlberechtigt. Insgesamt bewerben sich mehr als 9000 Kandidaten um die 328 Mandate. Der schiitische Ministerpräsident Nuri al-Maliki strebt eine dritte Amtszeit an. Viele Menschen in dem ölreichen Land sind wegen der zunehmenden Gewalt und der weit verbreiteten Korruption unzufrieden. Trotzdem ist al-Maliki Favorit – weil die Opposition zerstritten ist und es keine starken Gegner gibt.

cr/kle/rb (afp, dpa, ape, rtre)

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