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Aktuell Europa

Mehr als 4200 Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet

Europäische Schiffe haben an einem einzigen Tag mehr als 4200 Bootsflüchtlinge gerettet. Für mindestens 17 Flüchtlinge kam jedoch jede Hilfe zu spät.

Symbolbild: Marinesoldaten der Bundeswehr versorgen am 14. Mai an Deck der Fregatte Hessen ein gerettetes Baby (Foto: dpa)

Symbolbild: Marinesoldaten der Bundeswehr versorgen am 14. Mai an Deck der Fregatte Hessen ein gerettetes Baby

Bei einer Reihe von Einsätzen im Mittelmeer sind allein am Freitag mehr als 4200 Flüchtlinge in Seenot gerettet worden. Wie die italienische Marine über den Internetdienst Twitter erklärte, wurden bei den Einsätzen außerdem 17 Leichen geborgen. Koordiniert wurden die Einsätze von der italienischen Küstenwache im Rahmen der Mission der EU-Grenzschutzagentur Frontex. Neben italienischen waren auch deutsche und irische Marineschiffe beteiligt.

Insgesamt erreichten die Behörden Notrufe von 17 Booten, die entlang der libyschen Küste, aber auch vor Süditalien unterwegs waren. Die 17 Leichen wurden auf drei Schlauchbooten entdeckt, von denen auch mehrere hundert Flüchtlinge lebend gerettet werden konnten. Die Bundeswehr erklärte, die Fregatte "Hessen" habe am Freitag 590 Schiffbrüchige an Bord genommen, darunter auch 15 Kinder.

Der Pressedienst der italienischen Marine konnte zur Todesursache der Flüchtlinge zunächst keine Angaben machen. Regelmäßig sterben Flüchtlinge aber an Wassermangel, Kälte oder Hitze; andere ersticken in den Booten, ertrinken oder werden Opfer von Gewalt während der gefährlichen Überfahrt. Die Zahl der Geretteten ist bislang die höchste Zahl in diesem Jahr. 3791 Menschen waren am 12. April im Mittelmeer gerettet worden, 3690 Menschen waren es am 2. Mai. Seit Beginn des Jahres trafen bereits mehrere zehntausend Flüchtlinge in Italien ein. Allerdings starben über 1770 Menschen bei dem Versuch, über das Mittelmeer Europa zu erreichen.

Der Einsatzgruppenversorger Berlin und die Fregatte Hessen (Foto: dpa)

Der Einsatzgruppenversorger "Berlin" und die Fregatte "Hessen"

Unterdessen beklagte die Linken-Politikerin Ulla Jelpke, dass zivile Handelsschiffe zuletzt vor der libyschen Küste deutlich mehr Flüchtlinge retteten als Schiffe der "Triton"-Mission von Frontex. Zwischen November 2014 und Ende April 2015 seien zivile Handelsschiffe in internationalen Gewässern vor Libyen an der Rettung von 18.963 Menschen in Seenot beteiligt gewesen, erklärte die Politikerin unter Berufung auf eine Antwort der Regierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion. Frontex-Schiffe seien an der Rettung von 1710 Menschen beteiligt gewesen.

Diese Zahlen belegten, wie "dringend und überfällig" eine Mandatserweiterung von Frontex sei, erklärte Jelpke. Es sei "unverantwortlich", die Seenotrettung zivilen Handelsschiffen zu überlassen. Diese seien für die Rettungseinsätze nicht ausreichend ausgestattet.

Bei gutem Wetter wagen vor allem im Sommer und Frühling immer wieder Tausende Flüchtlinge die gefährliche Überfahrt über das Mittelmeer. Viele von ihnen überleben die Reise mit kaum seetüchtigen Booten nicht. Im April waren bei einem der bislang schlimmsten Unglücke im Mittelmeer vermutlich Hunderte Flüchtlinge ertrunken.

stu/pab (afp, dpa)

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