Mehr als 400 Tote nach Erdbeben im Iran und Irak | Aktuell Asien | DW | 12.11.2017
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Naturkatastrophe

Mehr als 400 Tote nach Erdbeben im Iran und Irak

Rund 7000 Menschen wurden verletzt. Rettungsteams versuchen verzweifelt, in durch Erdrutsche abgeschnittene Dörfer vorzustoßen. Die deutsche Bundesregierung bot den beiden Ländern Hilfe an.

Einen Tag nach dem schweren Erdbeben im Iran und im Irak wird das Ausmaß der Katastrophe immer deutlicher. Nach jüngsten offiziellen Angaben stieg die Zahl der Getöteten allein im Iran auf mindestens 445, mehr als 7000 Menschen wurden verletzt. Die Behörden rechnen damit, dass die Zahlen weiter steigen. Am Sonntagabend hatte das Beben der Stärke 7,3 die Grenzregion zwischen beiden Ländern erschüttert.

Allein in der iranischen Provinz Kermanschah starben einem Bericht der Nachrichtenagentur Isny zufolge mindestens 328 Menschen. Das größte Krankenhaus des Bezirks Sarpol-e Zahab wurde schwer beschädigt. Hunderte dort eingelieferte Verletzte könnten nicht versorgt werden, berichteten Klinikmitarbeiter. Im Irak kamen kurdischen Rettungskräften zufolge acht Menschen ums Leben, 300 wurden verletzt.

Angst vor Nachbeben

Die betroffene Gegend ist eine abgelegene Bergregion, die relativ dünn besiedelt ist. Die meisten Schäden gab es Berichten zufolge in den iranischen Grenzstädten Ghassre Schirin, Sare Pole Sahab und Esgeleh. Vielerorts fiel der Strom aus. Die Schulen in den gesamten Grenzprovinzen zum Nordirak sollen an diesem Montag geschlossen bleiben. 

Iran Erdbeben (Getty Images/AFP/P. Pakizeh)

Wegen befürchteter Nachbeben verbrachten viele die Nacht unter freiem Himmel

Bislang registrierte die iranische Erdbebenwarte 118 Nachbeben. Die Menschen flohen trotz Kälte auf die Straßen und in Parks und verbrachten die Nacht im Freien. 70.000 Menschen im Iran sind dem Roten Halbmond zufolge auf Notunterkünfte angewiesen. Innenminister Abdolresa Rahmani Fasle sagte, es sei zu befürchten, dass es noch viele Opfer in den abgelegenen Dörfern gebe. Laut dem iranischen Katastrophenschutz ist es schwierig, dorthin Rettungsteams zu schicken, weil die Straßen wegen Erdrutschen blockiert seien.

Deutschland bietet Unterstützung an

Die deutsche Bundesregierung bot beiden Ländern Hilfe an. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte in Berlin, welche Güter genau gebraucht würden, müsse nach Absprache mit beiden Ländern geklärt werden. Seibert sprach den Ländern und der betroffenen Bevölkerung die "tief empfundene Anteilnahme" der Bundesregierung aus.

Noch in Bagdad und Diyarbakir zu spüren 

Der US-Erdbebenwarte zufolge hatte das Beben eine Stärke von 7,3. Das Epizentrum habe rund 100 Kilometer südlich der irakischen Stadt Sulajmanija in der kurdischen Region an der Grenze zum Iran gelegen. Der Iran liegt auf mehreren geologischen Vererbungslinien und wird daher häufig von Beben erschüttert. 2003 kamen bei einem Beben in der Stadt Bam rund 31.000 Menschen ums Leben.

Die Erdstöße waren auch in der irakischen Hauptstadt Bagdad zu spüren. Am schwersten betroffen war die Stadt Darbandichan im Kurdengebiet. Mehr als 30 Menschen seien verletzt worden, sagte der kurdische Gesundheitsminister. In der Stadt Halabdscha wurde ein zwölfjähriger Junge durch ein herabfallendes Stromkabel getötet. Auch in der türkischen Stadt Diyarbakir berichteten Anwohner von Erschütterungen, selbst in vielen Teilen Israels war das Beben Medienberichten zufolge zu spüren. Der türkische Rote Halbmond will nach eigenen Angaben 3000 Zelte, Heizkörper sowie 10.000 Betten und Decken an die irakische Grenze bringen. Die Aktionen würden mit den Rote-Halbmond-Organisationen im Irak und im Iran koordiniert.  

sti/uh (dpa, afp, rtr)

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