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Asien

Mehr als 40 Tote bei Anschlägen in Pakistan

Im Nordwesten Pakistans hat sich ein Selbstmordattentäter bei einer politischen Kundgebung in die Luft gesprengt und viele Menschen mit in den Tod gerissen. Kurz darauf wurde in Peschawar das US-Konsulat angegriffen.

Anschlagsopfer im pakistanischen Timergarah(Foto: AP)

Auch Kinder werden nicht verschont - ein verletzter Junge nach dem Anschlag in Timargarah

In der Stadt Timargarah im Bezirk Lower Dir sprengte sich am Ostermontag (05.04.2010) ein Selbstmordattentäter in die Luft. In Agenturberichten ist unter Berufung auf die Behörden von rund 40 Toten die Rede. Der Attentäter hatte seine Bombe auf einer Veranstaltung der Awami-Partei (ANP) gezündet. Er sei zwar am Zugang zum Veranstaltungsort gestoppt worden, habe aber dennoch direkt am Eingang den Sprengsatz zünden können, erklärte ein Polizeisprecher.

Die Awami-Partei ist gegen die Taliban

Die paschtunische Nationalistenpartei Awami steht für einen moderaten, nicht-religiösen politischen Kurs und unterstützt die laufende Militäroffensive gegen die radikal-islamischen Taliban im Grenzgebiet zu Afghanistan. Wie es in einem Bericht des staatlichen Fernsehens heißt, hatten an der Veranstaltung der Awami-Partei mehrere hundert Menschen teilgenommen. Das Treffen war vereinbart worden, um die geplante Umbenennung der mehrheitlich von Paschtunen bewohnten Nordwestprovinz in Khyber-Pakhtunkhwa zu feiern. Der alte Name stammt noch aus der britischen Kolonialzeit.

Gewalt auch in Peshawar

Nur wenige Stunden nach dem Anschlag in Timargarah explodierten in der Millionen-Metropole Peschawar drei schwere Sprengsätze in der Nähe des US-Konsulats.

Wie es heißt, hatten acht bis zehn Angreifer die Bomben gezündet. Sie hatten Uniformen des pakistanischen Militärs getragen und sich deshalb dem Konsulat nähern können. Ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur berichtet, Angreifer und Sicherheitskräfte hätten sich nach dem Zünden der Sprengsätze rund um dass massiv gesicherte Gebäude heftige Schusswechsel geliefert. Nach pakistanischen Geheimdienstangaben wurden fünf Extremisten sowie sieben Polizisten und Zivilisten getötet.

US-Außenministerin Hillary Clinton äußerte Empörung und tiefe Trauer über den Terrorangriff auf das Konsulat und versicherte, dass die USA fest an der Seite des pakistanischen Volkes stünden.

Karte Peschawar

Peschawar im Nordwesten Pakistans - die afghanische Grenze ist nicht weit entfernt

Peschawar ist die größte Stadt im Nordwesten Pakistans. Obwohl die Regierung inzwischen wieder weite Teile der Region kontrolliert, verüben die Taliban von ihren Verstecken in den Bergen aus immer wieder Anschläge. Auch Peschawar wurde immer wieder von Gewaltakten erschüttert.

In den vergangenen zwei Jahren wurden bei Attentaten in Pakistan mehr als 3000 Menschen getötet. Die meisten von ihnen wurden durch Selbstmordattentäter der Taliban verübt. Ziel waren meist Soldaten, Polizisten oder öffentliche Gebäude. In den vergangenen Monaten sind aber zunehmend auch Zivilisten in das Visier der radikalen Islamisten geraten.

Autor: Hans Ziegler/Marko Langer

Redaktion: Oliver Samson

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