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Aktuell Europa

Mehr als 30 Tote bei Anschlag in Ankara

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen wurde die türkische Hauptstadt von einem schweren Attentat erschüttert. An einer belebten Bushaltestelle detonierte eine Autobombe. Mehr als 120 Menschen wurden verletzt.

Wieder ein Bombenanschlag mitten im Zentrum von Ankara. Die Explosion ereignete sich in der Nähe des zentralen Kizilay-Platzes an einer belebten Bushaltestelle. Dabei wurden mindestens 34 Menschen getötet . 125 weitere seien verletzt worden, sagte Gesundheitsminister Mehmet Müezzinoglu nach einem Sicherheitsgipfel der Regierung. Mindestens zwei Selbstmordattentäter seien ums Leben gekommen.

Es gab Warnungen vor einem Anschlag

Der Fernsehsender TRT berichtete, die Bombe habe auch einen Bus mit etwa 20 Insassen getroffen. Die Explosion war noch in mehr als zwei Kilometer Entfernung zu hören. Über dem Stadtzentrum von Ankara stieg eine Rauchwolke auf. Zu dem Anschlag bekannte sich bisher niemand.

Ausgebrannte Autos am Kizilay-Platz in Ankara (Foto: dpa)

Die Autobombe explodierte an einer Bushaltestelle in einem belebten Viertel

Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, der Anschlag habe Zivilisten gegolten. Der Kizilay-Platz im Stadtzentrum ist immer belebt, dort liegt ein großes Einkaufszentrum. Auch das Parlament liegt unweit, ebenso der Sitz des Ministerpräsidenten sowie mehrere Botschaften.

Die US-Botschaft hatte erst am Freitag vor einem drohenden Anschlag in einem Viertel in der Nähe des Anschlagsorts gewarnt und dazu aufgerufen, die Gegend zu meiden.

Erdogan: Kampf gegen den Terrorismus geht weiter

Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan verurteilte das Attentat und sagte, die Türkei sei Opfer der politischen Instabilität in der Region. Da die Terroristen den Kampf gegen die türkischen Sicherheitskräfte verlören, rächten sie sich an unschuldigen Zivilisten. Dennoch würde sich die Türkei in ihrem Kampf gegen den Terrorismus von Anschlägen nicht abhalten lassen.

Die türkische Regierung verhängte am Sonntagabend eine Nachrichtensperre über den Anschlag. Türkische Medien berichteten, ein Gericht in Ankara habe auch eine Sperre für soziale Medien verfügt, nachdem dort Fotos zu dem Anschlag geteilt worden seien. Twitter und Facebook waren am Abend aber weiter zugänglich.

Die Türkei versinkt in Gewalt

Es ist bereits der zweite schwere Anschlag von dem die türkische Hauptstadt seit Jahresbeginn erschüttert wird. Erst am 17. Februar hatte sich ein Selbstmordattentäter in Ankara in einem Auto neben Bussen mit Armeeangehörigen in die Luft gesprengt. Zu dieser Tat bekannte sich die aus der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK hervorgegangene Splittergruppe Freiheitsfalken Kurdistans (TAK). Die Gruppe hatte weitere Anschläge auch in Touristengebieten angedroht und Urlauber davor gewarnt, in die Türkei zu reisen.

Rettungswagen in Ankara (Foto: dpa)

Rettungswagen eilen zum Tatort: Der Anschlag traf viele Zivilisten

Am 12. Januar hatte sich in Istanbul ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Dabei waren zwölf deutsche Touristen ums Leben gekommen. Diese Tat wurde von der türkischen Regierung der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zugeschrieben. Auch für den schwersten Anschlag in der Geschichte der Türkei, bei dem im Oktober vergangenen Jahres in Ankara auf einer pro-kurdischen Demonstration mehr als 100 Menschen getötet wurden, machte die Regierung den IS verantwortlich.

cw/wl (dpa, afp, rtr, ape)