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Aktuell Nahost

Mehr als 30 syrische Rebellenführer bei Anschlag getötet

In Syrien ist der Chef einer der größten Rebellengruppen durch ein Bombenattentat getötet worden. Mehr als 30 weitere Aufständische starben bei der Explosion. Die Islamisten haben sich Feinde an mehreren Fronten gemacht.

Im Keller eines Hauses in der Ortschaft Ram Hamdan in der nordsyrischen Provinz Idlib hatten sich mehr als 50 religiöse und militärische Anführer der Rebellengruppe Ahrar al-Scham und ihr Chef Hassan Abud versammelt, als die Bombe explodierte. Abud kam bei dem Attentat ebenso ums Leben wie mindestens 30 weitere Aufständische. Das berichtet die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London.

Das Oppositions-Netzwerk "Edlib News" spricht von mehr als 40 Toten. Nach Angaben der "Islamischen Front", dem Zusammenschluss zahlreicher islamistischer Rebellengruppen in Syrien, handelte es sich um eine Autobombe. Andere Quellen sprechen von einem Selbstmordattentäter, der sich unter die Gruppe gemischt und einen Sprengstoffgürtel gezündet habe.

Feinde von zwei Seiten

Nach Ansicht des schwedischen Syrien-Experten Aron Lund ist der Tod von Hassan Abud und der anderen "wichtigsten öffentlich bekannten" Rebellen-Anführer eine existenzielle Bedrohung für Ahrar al-Scham: "Ein vernichtender Schlag zu einem entscheidenden Zeitpunkt", schreibt er auf seinem Twitter Account. Er bezweifle, dass sich die Rebellengruppe davon werde erholen können.

Zu ihrem neuen Anführer erklärte Ahrar al-Scham in einem Videostatement Haschim Al-Scheich.Neuer Militärchef der Rebellengruppe ist demnach Abu Saleh Tahan.

Ahrar al-Scham gilt als eine der extremsten Islamistengruppen in Syrien, die nicht direkt mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbunden sind. Im syrischen Bürgerkrieg streitet sie gemeinsam mit anderen Rebellen der "Islamischen Front" gegen die Regierungstruppen von Machthaber Baschar al-Assad. Die Rebellen vertreten eine ähnliche Ideologie wie die Terrormiliz "Islamischer Staat", sind jedoch mit ihr verfeindet. Wer hinter dem Attentat steckt, ist jedoch noch unklar. Bislang hat niemand die Verantwortung dafür übernommen.

UN-Syrienbeauftragter erstmals vor Ort

In der syrischen Hauptstadt Damaskus hat sich

der neue UN-Syrienbeauftragte Staffan de Mistura

am Dienstag mit Vize-Außenminister Feisal al-Mikdad getroffen. Es ist der erste Besuch des italienisch-schwedischen Diplomaten in Syrien seit seinem Amtsantritt im Juli. Geplant sind sowohl weitere Treffen mit hochrangigen syrischen Politikern als auch mit Vertretern der offiziell vom Assad-Regime tolerierten Opposition in Damaskus. Ob de Mistura auch Staatschef Assad treffen wird, ist nach UN-Angaben noch nicht klar.

Auf jeden Fall werde er nach dem Besuch in Damaskus in andere Gegenden der Region reisen, die von dem Konflikt betroffen sind. Weitere Details wurden nicht veröffentlicht, es wird aber damit gerechnet, dass de Mistura auch nach Russland reisen wird. Moskau ist einer der wichtigsten Verbündeten der syrischen Regierung.

De Mistura ist Nachfolger des algerischen Diplomaten Lakdar Brahimi, der nach zwei gescheiterten Runden von Friedensgesprächen in Genf frustriert zurückgetreten war. Anders als sein Vorgänger tritt de Mistura nur für die Vereinten Nationen auf, nicht aber für die Arabische Liga.

mak/kle (dpa, afp)