Mehr als 250 Tote bei Flugzeugabsturz in Algerien | Aktuell Afrika | DW | 11.04.2018
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Flugzeugunglück

Mehr als 250 Tote bei Flugzeugabsturz in Algerien

In der Nähe der Hauptstadt Algier ist eine Militärmaschine kurz nach dem Start abgestürzt. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums kamen mindestens 257 Menschen ums Leben.

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Soldaten und ihre Familien sterben bei Absturz

Die Maschine stürzte kurz nach dem Start vom Luftwaffenstützpunkt Boufarik nahe der Hauptstadt Algier ab, wie das algerische Verteidigungsministerium mitteilte. Unter den Toten seien zehn Besatzungsmitglieder und 247 Passagiere, mehrheitlich Militärs und ihre Familienangehörigen. Angaben zu möglichen Überlebenden wurden nicht gemacht. Der algerische TV-Sender "Ennahar" zeigte Bilder von aufgereihten Leichen auf einer Wiese nahe der Unglücksstelle.

Das Flugzeug brannte fast vollständig aus. Zahlreiche Krankenwagen und Feuerwehrfahrzeuge eilten zu der Unglücksstelle, Sicherheitskräfte sperrten das Gebiet ab.

Absturz-Ursache noch unklar

Bei dem Flugzeug handelte es sich um eine viermotorige Maschine vom Typ Iljuschin IL-76 aus russischer Produktion. Laut Herstellerangaben können diese Flugzeuge je nach ziviler oder militärischer Version zwischen 126 und 225 Passagiere transportieren.

Warum die Maschine unmittelbar nach dem Start abstürzte, ist noch unklar. Ziel des Flugs soll die Stadt Tindouf im Westen Algeriens gewesen sein, wo sich auch der Sitz der in der Westsahara aktiven Unabhängigkeitsbewegung Frente Polisario befindet, die von Algerien unterstützt wird. Nach Aussage des Generalsekretärs der algerischen Regierungspartei FLN, Djamel Ould Abbès, sollen sich neben zahlreichen Soldaten auch 26 Mitglieder der Organisation an Bord befunden haben.

Mehrere Abstürze in den vergangenen Jahren

Bei der algerischen Armee kommt es immer wieder zu tödlichen Flugzeugunglücken. Im Februar 2014 kamen 77 Menschen ums Leben, als eine Maschine vom Typ Hercules C-130 bei Constantine in der Region Oum El Bouaghi abstürzte. Nur ein Mensch überlebte die Katastrophe. Das Verteidigungsministerium machte das schlechte Wetter für den Absturz verantwortlich.

Im selben Jahr kamen beim Absturz eines Bombers bei einem Trainingsflug in Südalgerien die beiden Besatzungsmitglieder ums Leben. Im Dezember 2012 prallten zwei algerische Kampfjets in der Luft zusammen, beide Piloten starben. Zwölf algerische Soldaten kamen 2016 ums Leben, als ihr Helikopter im Süden des Landes wegen einer technischen Panne abstürzte.

djo/rk/kle (afp, ap, dpa, rtr) 

 

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