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Aktuell Nahost

Mehr als 153 Tote bei Anschlägen in syrischen Küstenorten

Die syrischen Städte Dschabla und Tartus wurden bislang weitgehend vom Krieg verschont. Bei einer Serie von Selbstmordanschlägen wurden in den unter Kontrolle des Regimes stehenden Städten zahlreiche Menschen getötet.

Bei mehreren Anschlägen in den vom Assad-Regime kontrollierten Küstengebieten Syriens sind nach Berichten von Aktivisten rund 150 Menschen getötet worden. Mehr als 100 Menschen seien in der Stadt Dschabla umgekommen, mindestens 50 Menschen in Tartus, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Zudem seien mehr als 200 Menschen verletzt worden, einige davon schwer. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete von 45 Toten in Dschabla und 33 Toten in Tartus. Im Internet kursierte ein Bekennerschreiben der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Dieses konnte bislang nicht von unabhängiger Seite bestätigt werden.

Nach Angaben der Menschenrechtsbeobachter gab es insgesamt sieben Explosionen; zwei Autobomben und fünf Selbstmordattentate. Dabei handelte es sich demnach um Anschläge auf Taxi- und Bushaltestellen in beiden Küstenstädten sowie eine Elektrizitätsfirma und die Notaufnahme eines Krankenhauses in Dschabla. Unter den Toten seien Mitarbeiter des Krankenhauses und der Elektrizitätsfirma sowie mehrere Kinder gewesen.

Anschläge unweit von russischem Stützpunkt

Dschabla befindet sich nur wenige Kilometer entfernt von der russischen Luftwaffenbasis Hamaimim, dem Dreh- und Angelpunkt für Russlands militärisches Eingreifen in Syrien zugunsten von Machthaber Baschar al-Assad. Zudem wird der Hafen von Tartus seit Jahren unter anderem von der russischen Marine genutzt. Russland ist einer der engsten Verbündeten der Führung in Damaskus.

Der russische Präsident Wladimir Putin nannte die Anschläge in einem Telegramm an Assad barbarisch und unmenschlich. Er versprach dem syrischen Machthaber weitere Hilfe im Kampf gegen den Terrorismus. Zuvor hatte der Sprecher des Kremls, Dmitri Peskow, gesagt, die Terrorakte zeigten die instabile Lage in Syrien. Berichte, denen zufolge Russland sein militärisches Kontingent in Syrien nach einem Teilabzug wieder aufstocken könnte, kommentierte er nicht.

Unruhen nach Anschlägen

In beiden Städten leben viele Alawiten. Diese Religionsgruppe ist eine Minderheit in Syrien, der auch Assad angehört. Zudem leben viele Flüchtlinge - primär Sunniten - aus anderen Teilen Syriens in Tartus und Dschabla. Nach den Anschlägen griffen Anwohner und Regimeunterstützer nach Angaben der Menschenrechtsbeobachter Binnenflüchtlinge in Tartus an. Zudem hätten Regimekräfte einige Flüchtlinge, die aus Aleppo und anderen Provinzen stammten, festgenommen.

chr/stu (dpa, rtr)

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