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Aktuell Asien

Mehr als 1400 Tote nach Erdbeben in Nepal

Ein verheerendes Erdbeben hat den Himalaya-Staat Nepal und angrenzende Länder erschüttert. In der Region rund um die nepalesische Hauptstadt Kathmandu gibt es die meisten Todesofer zu beklagen.

Um 11.56 Uhr (MESZ) bebte die Erde in Nepal - so heftig wie seit vielen Jahrzehnten nicht mehr. In der Hauptstadt Kathmandu stürzten innerhalb weniger Sekunden zahlreiche Gebäude und Tempel ein, darunter UNESCO-Weltkulturerbestätten. Vorläufigen offiziellen Angaben zufolge kamen mehr als 1400 Menschen ums Leben, die meisten von ihnen im Kathmandu-Tal und in der dicht besiedelten Hauptstadt selbst. Die endgültige Zahl der Toten könne noch viel höher liegen, womöglich sogar dreimal so hoch, hieß es. Das Erdbeben war das verheerendste der vergangenen 80 Jahre im Himalaya-Staat.

Der gesamte Himalaya bebte

Millionen Menschen spürten, wie sich der Boden unter ihren Füßen bewegte, nicht nur in Nepal. Auch Indien, China, Bangladesch und Pakistan erzitterten unter den Erdstößen. In Indien starben mindestens 20 und in China mindestens sechs Menschen; in Bangladesch gibt es mindestens ein Todesopfer.

Quelle: DW Karte

Die gesamte Himalaya-Region bebte

Das Zentrum des Bebens lag laut dem Geoforschungszentrum in Potsdam nur 80 Kilometer Luftlinie westlich der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu entfernt und erreichte eine Stärke von 7,8. Sein Zentrum lag demnach etwa und lag in rund 18 Kilometern Tiefe.

Tote nach Lawine am Mount Everest

Rund 20 Nachbeben erschütterten den Tag über die Region. Viele Menschen in der Himalaya-Region haben Sorge, dass es sie noch einmal treffen könnte und harren auf Straßen und Plätzen aus.

Am Mount Everest lösten die Erdstöße eine Lawine aus. Teile von ihr ergossen sich über das internationale Basislager, wo zum Start der Klettersaison zahlreiche Bergsteiger versammelt sind. Ein Vertreter der Tourismusbehörde sprach von mindestens zehn Todesopfern, unter ihnen sollen auch ausländische Bergsteiger sein. Acht Leichen konnten bis zum Abend geborgen werden. Im Basislager und seiner Umgebung hielten sich zum Zeitpunkt des Unglücks etwa tausend Menschen auf.

Weltweite Betroffenheit

Viele Staaten sprachen Nepal gegenüber ihr Beileid aus und kündigten Hilfe an, darunter Frankreich, Russland und die USA. Auch das benachbarte Indien will mit Nahrungsmitteln und Rettungsausrüstung helfen und außerdem Ärzte und Spürhunde in die Region entsenden.

Verschütteter in Kathmandu nach dem Erdbeben (Foto: dpa)

Helfer retten einen Verschütteten in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu

Bundespräsident Joachim Gauck zeigte sich tief erschüttert. "Mit großer Bestürzung habe ich von der verheerenden Erdbebenkatastrophe in Nepal erfahren, die so viele Menschenleben gekostet und so großen Schaden auch am kulturellen Erbe Ihres Landes angerichtet hat", schrieb Gauck an seinen nepalesischen Amtskollegen Ram Baran Yadav. Deutschland stehe in dieser schweren Zeit an Nepals Seite, so der Bundespräsident weiter.

Schwierige Bedingungen für die Helfer

Internationale Hilfsorganisationen bereiten sich ebenfalls auf einen großen Einsatz vor. Erschweren dürfte den Helferteams die Tatsache, dass auch der internationale Flughafen von Kathmandu durch das heftige Erdbeben schwer zerstört wurde.

cw/stu (dpa, afp, rtr, ape, epd)