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Aktuell Welt

Mehr als 140 Tote bei Anschlägen in Syrien

Anschlagsserie in Syrien: Bei Attentaten auf religiöse Minderheiten bei Damaskus sowie in Homs sterben laut Staatsfernsehen mehr als 140 Menschen. Die Opposition nennt sogar noch höhere Opferzahlen.

Bei einer Reihe von Bombenexplosionen in einem Vorort der syrischen Hauptstadt Damaskus sind nach jüngsten Angaben von regierungsnahen Medien mindestens 90 Menschen getötet worden. Rund 200 Personen wurden verletzt. Eine Autobombe sei explodiert, zudem habe es zwei Selbstmordattentate gegeben, berichtet das staatliche syrische Fernsehen. Nach Angaben von Augenzeugen ereigneten sich die Detonationen im Viertel Sajeda Seinab.

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) bekannte sich zu den Attentaten. Über eine ihr nahe stehende Nachrichtenagentur ließ sie verbreiten, dass zwei IS-Kämpfer eine Autobombe gezündet hätten, bevor sie sich mit Sprengstoffgürteln selbst töteten.

Wichtiges Heiligtum für Schiiten

In dem Vorort Sajeda Seinab steht das für Schiiten wichtigste Heiligtum in Syrien. Eine Moschee dort beherbergt das Grab einer Enkelin des Propheten Mohammed und ist damit eine wichtige Pilgerstätte schiitischer Muslime.

Syrien Damaskus Sajeda Sainab Bombenanschlag

Erst im Januar hatte es im Sajeda-Seinab-Viertel einen Anschlag gegeben

Immer wieder ist das Heiligtum Ziel von Anschlägen. Im Januar waren bei Selbstmordattentaten mindestens 60 Menschen getötet worden. Die Anschläge werden ebenfalls dem IS zugeschrieben.

Zahlreiche Tote in Homs

Der Vorfall ereignete sich nur wenige Stunden, nachdem in der früheren Rebellenhochburg Homs zwei Bomben explodiert waren. Nach Angaben des Staatsfernsehen starben dort mindestens 32 Menschen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte spricht sogar von fast 60 Toten.

Die Extremistenmiliz IS bekannte sich auch zu diesen Anschlägen. Die Explosionen ereigneten sich in einem von der religiösen Minderheit der Alawiten bewohnten Viertel. Zu dieser Religionsgruppe gehört auch der syrische Präsident Baschar al-Assad. Es war einer der schwersten Anschläge auf die regierungsnahe religiöse Minderheit seit Beginn des Syrienkriegs.

Die einstige Rebellenhochburg Homs wird inzwischen größtenteils von syrischen Regierungstruppen kontrolliert. In der Stadt gibt es häufig Anschläge. Im Januar wurden bei einem Doppelanschlag, zu dem sich die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) bekannte, mehr als 20 Menschen getötet.

Hoffnungen auf eine Waffenruhe

Trotz der Anschläge gibt es neue Hoffnungen auf einen Waffenstillstand in Syrien. US-Außenminister John Kerry hat sich nach eigenen Aussagen mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow "vorläufig" auf Konditionen für eine Feuerpause in dem Bürgerkriegsland verständigt.

Sie hätten in einem Telefonat "eine grundsätzliche vorläufige Einigung über eine Einstellung der Kampfhandlungen erreicht", sagte Kerry, der sich zur Zeit in der jordanischen Hauptstadt Amman aufhält. Die Feuerpause könnte nach seinen Worten schon in den nächsten Tagen beginnen.

Ba/haz (rtr, dpa, afp)