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Indonesien

Mehr als 140 Festnahmen bei Razzia in Schwulenclub in Jakarta

Indonesien war einmal ein relativ toleranter muslimischer Staat. Doch Homosexuelle werden zunehmend von Islamisten angefeindet. Das bleibt nicht ohne Einfluss auf staatliche Stellen - wie die Aktion in Jakarta beweist.

Bei einer Razzia in einem Schwulenclub der indonesischen Hauptstadt Jakarta sind mindestens 141 Männer festgenommen worden. Sie stehen nach Angaben eines Polizeisprechers unter Verdacht, an Prostitution beteiligt gewesen zu sein. In dem Club "Atlantis Gym and Sauna" hatte am Sonntagabend eine Strip-Show stattgefunden. Unter den Festgenommenen sind dem Sprecher zufolge auch der Besitzer und mehrere Mitarbeiter des Clubs. 

Im Unterschied zu anderen muslimischen Ländern ist Homosexualität in dem 250-Millionen-Einwohner-Staat Indonesien nicht verboten. Allerdings wird mit dem Erstarken von radikal-islamischen Kräften seit einiger Zeit wieder Stimmung gegen Homosexuelle gemacht. Schwule, Lesben und Transsexuelle haben mit wachsender Diskriminierung und Anfeindungen zu kämpfen. 

In der vergangenen Woche waren in der konservativen Provinz Aceh zwei Männer, die Sex miteinander hatten, zu jeweils 85 Stockhieben verurteilt worden. Die beiden Homosexuellen sind die ersten, die nach dem 2014 eingeführten Scharia-Recht verurteilt wurden. Das islamische Recht gilt bislang nur in Aceh.

sti/pg (afp, dpa, rtr)