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Vom Sterben einer Airline

Mehr als 100.000 Tickets von Air Berlin verfallen

Betroffen sind Kunden annullierter Langstreckenflüge. Wer vor dem Insolvenzdatum 15. August gebucht hat, kann maximal zehn Prozent des Preises zurückerhalten: Möglicherweise.

Airberlin Mitarbeiterin (Imago/Ralph Peters)

Nicht mehr viel los beim Check-In von Air Berlin

Wer mit Air Berlin zum Beispiel nach New York oder in die Karibik fliegen wollte und vor dem 15. August 2017 gebucht hat, ist jetzt angeschmiert. Das Geld dieser Kunden fließt nämlich in die Insolvenzmasse der in Auflösung befindlichen deutschen Fluggesellschaft und aus dieser Masse sind keine, oder nur sehr geringe Erstattungen möglich. Betroffen sind mehr als 100.000 Käufer von Air-Berlin-Tickets, deren Langstreckenflüge annulliert wurden, wie ein Unternehmenssprecher der deutschen Presse-Agentur (dpa) bestätigte. Kurz: Diese Tickets verfallen. 

Vor und nach dem Stichtag 

Air Berlin hatte zu Wochenbeginn angekündigt, die Langsteckenverbindungen bis zum 15. Oktober nach und nach einzustellen. Für diese Stornierungen werde es wohl nur "eine geringe oder gar keine Erstattung" geben, hatte die "Rheinische Post" unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet. Experten rechnen laut der Zeitung mit maximal zehn Prozent des Ticketpreises.

Anders ist offenbar die Situation bei Flugscheinen, die nach der Insolvenzeröffnung am 15. August erworben wurden. "Dieses Geld legen wir zur Seite", erläuterte ein Air-Berlin-Sprecher. Sollte hier ein Flug ausfallen, werde der Kaufpreis ersetzt.    

Verbraucherschützer nannten es "erschreckend", wie viele Menschen mit ihren teuer bezahlten Langstreckentickets Opfer der Air-Berlin-Insolvenz werden. Sie forderten erneut Insolvenzversicherungen der Flugunternehmen, so wie sie auch bei Reiseveranstaltern üblich seien.     

Kein Interesse an Langstrecke - aber an Piloten

Verhandlungen laufen mit der Lufthansa und der Fluggesellschaft Easyjet über einen Verkauf von Teilen von Air Berlin. Für die Langstrecke gibt es keinen Bieter und die jeweiligen Leasingfirmen ziehen ihre A330-Maschinen "sukzessive zurück", wie Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann vor einigen Tagen ausgeführt hatte.

Eurowings, die Billigtochter der Lufthansa, wächst derweil weiter und greift dabei auch auf Personal der insolventen Air Berlin zurück. Am Freitag habe man die ersten Air-Berlin-Piloten eingestellt, teilte Eurowings mit, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Man habe vor wenigen Wochen mehr als 1000 Stellen für Piloten, Flugbegleiter und Bodenpersonal ausgeschrieben. Inzwischen hätten sich 2000 Interessenten gemeldet - mehr als erwartet. Die Hälfte davon seien Piloten. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit kritisierte die Abwerbungen und die Arbeitsbedingungen beim neuen Arbeitgeber. 

Air Berlin - Flugzeug schießt über Landebahn auf Sylt hinaus (picture alliance/dpa/S. Steinhardt)

Unfreiwilliger Ausflug ins Grüne: Zwischenfall auf Sylt ging glimpflich aus

Schrecksekunden auf Sylt

Air Berlin sorgte am Samstag auf gänzlich andere Weise noch einmal für Schlagzeilen: Auf dem Flughafen der Insel Sylt war am Morgen ein Airbus A320 rund 50 Meter über die Landebahn hinausgeschossen und dann auf einer nassen Grasfläche eingesackt. Die 82 Passagiere kamen mit dem Schrecken davon, es wurde niemand verletzt. Auch die Maschine sei nicht beschädigt, teilte die Polizei in Schleswig-Holstein mit. 

SC/uh (afp, dpa)

 

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