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Iran

Mehdi Karrubi tritt in Hungerstreik

Er zählt im Iran zu den führenden Regimekritikern. Schon seit 2011 steht der ehemalige Parlamentspräsident unter Hausarrest. Nun will Karrubi einen öffentlichen Prozess gegen sich erzwingen.

Aus Protest gegen seinen mehr als sechs Jahre währenden Hausarrest ist der führende iranische Oppositionspolitiker Mehdi Karrubi in einen Hungerstreik getreten. Das teilten übereinstimmend seine Frau Fatemeh und sein Sohn Mohammad mit.

Ihr Mann fordere den Rückzug von Geheimdienstmitarbeitern sowie die Entfernung von Überwachungskameras aus seinem Haus, sagte Fatemeh Karrubi. Außerdem wolle er einen öffentlichen Prozess. Zwar rechne er nicht mit einem fairen Verfahren, werde das Urteil aber akzeptieren. Aus Solidarität mit Karrubi kündigten mehrere Iraner auf Twitter an, dass auch sie in den Hungerstreik treten würden.

Gemeinsam gegen Ahmadinedschad

Zusammen mit dem ebenfalls unter Hausarrest stehenden Mir Hussein Mussawi gehört der fast 80-jährige Kleriker zu den führenden Regimekritikern im Iran. Als Anführer der "Grünen Bewegung" hatten die beiden dem damaligen Staatschef Mahmud Ahmadinedschad bei der Präsidentschaftswahl 2009 Manipulationen vorgeworfen, auch dessen Wiederwahl erkannten sie nicht an. Wegen Anstiftung zu Straßenprotesten wurden er und Mussawi 2011 verhaftet. Bis heute wurde jedoch keine Anklage erhoben.

Zwischen 1989 und 2004 war Karrubi zweimal Parlamentspräsident. 2005 gründete er die reformorientierte Partei Etemad (Vertrauen), die nach seiner Verhaftung verboten wurde.

Irans seit 2013 amtierender Präsident Hassan Rohani möchte die Freilassung Karrubis und Mussawis ermöglichen - bisher konnte er sich aber nicht gegen die konservativen Hardliner in der Justiz durchsetzen. Zuletzt hatte sich Karrubis Gesundheitszustand verschlechtert. Erst kürzlich musste er sich einer Operation am Herzen unterziehen.

wa/cgn (dpa, afp)

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