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Wirtschaft

Mega-Fusion schafft weltgrößten Computerspiele-Hersteller

Durch eine milliardenschwere Fusion entsteht der größte Computerspiele-Konzern der Welt: Der französische Vivendi-Konzern und der US-Konkurrent Activision schließen sich zur neuen Nummer eins in der Branche zusammen.

Screenshot aus dem Activision-Spiel Spider-Man 3, Quelle: AP

Screenshot aus dem Activision-Spiel "Spider-Man 3"

Der französische Medien-Konzern Vivendi und der amerikanische Spieleanbieter Activision schließen ihr Videospielgeschäft zusammen. "Die Transaktion wird mit 18,9 Milliarden Dollar bewertet", teilte Vivendi am Sonntagabend (02.12.2007) in Paris mit. Die neue Firma mit Namen Activision Blizzard verdrängt den US-Konzern Electronic Arts als weltgrößten Spielehersteller. Die Computer- und Videospielbranche erzeugt inzwischen mehr Umsatz als Kinofilme und Musik.

Kosten wie in der Filmbranche

Hauptsitz von Vivendi in Paris, Quelle: AP

Hauptsitz von Vivendi in Paris

Activision Blizzard werde mit PC-Spielen 3,8 Milliarden Dollar umsetzen und der profitabelste Anbieter der Welt sein, hieß es weiter. Die Vivendi-Tochter Vivendi Games erhält in einem ersten Schritt 52 Prozent an dem neuen Unternehmen, später soll der Anteil auf 68 Prozent wachsen, wie beide Firmen mitteilten. Sie rechnen zusammen mit einem Umsatz von 3,8 Milliarden Dollar in diesem Jahr. Vivendi Games ist mit seiner Tochter Blizzard und deren Spiel "World of Warcraft" führend bei Online-Spielen. Activision wiederum hat erfolgreiche Spiele wie dem Kampfspiel "Call of Duty" oder der Musiksimulation "Guitar Hero" in seinem Programm.

Die Mega-Fusion bestätigt Vermutungen von Experten, die schon länger mit größeren Übernahmen in der Branche rechnen. Der Computerspiel-Sektor muss heute teils zweistellige Millionenbeträge für die Entwicklung anspruchsvoller Projekte mit filmreifer Grafik vorschießen. Wie bei Hollywood-Filmen kann ein Flop in der Branche mit einem erwarteten Umsatz von fast 34 Milliarden Euro in diesem Jahr schnell das Aus für kleinere Anbieter bedeuten.

Steht die nächste Übernahme bevor?

Mit Vivendi und Activision schließen sich zwei Unternehmen zusammen, die wenige Überschneidungen aufweisen. Vivendi kann mit dem US-Anbieter vor allem seinen Rückstand bei den immer wichtigeren Konsolenspielen aufzuholen. Er macht neben den PC-Spielen inzwischen die Hälfte des gesamten Spielemarktes aus. Activison ist in diesem Bereich Nummer drei weltweit und machte zuletzt auch durch mehrere Filmadaptionen ("James Bond", "Spiderman", "Shrek", "X-Men", "Transformers") gute Geschäfte. Die Spiele des US-Konzerns laufen dabei sowohl auf Sonys Konsole Playstation als auch Microsofts Xbox und Nintendos Wii.

Vivendis Trumpf ist das Online-Rollenspiel "World of Warcraft", das seit Marktstart vor drei Jahren 9,3 Millionen Spieler angezogen hat. Diese zahlen nicht nur für den Kauf der Software, sondern auch monatliche Gebühren für den Zugang zu der interaktiven Welt. Längst gibt es Spekulationen über eine andere Großfusion in der Branche: So könnte Eletronic Arts (EA) versucht sein, sich mit der französischen Firma Ubisoft wieder seinen ersten Platz zurückzuerobern. EA hält schon seit Ende 2004 15 Prozent an den Franzosen.

Die US-Firmen THQ und Take-Two Interactive gelten in der Branche ebenfalls als Fusionskandidaten. Auch das britische Unternehmen SCI Entertainment, das zuletzt nicht mehr an den Erfolg seiner "Lara Croft"-Serie anknüpfen konnte, sucht einen Käufer. Der Film- und Medienkonzern Time Warner hält bereits zehn Prozent an SCI und soll Interesse an mehr gezeigt haben. Er könnte damit möglicherweise auf Synergien zwischen seinem auf immer aufwändigere Computereffekte setzenden Hollywoodstudio und dem Spielegeschäft setzen. (stu)

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