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Wissen & Umwelt

Medizin-Nobelpreis für Jungbrunnen der Zelle

Drei US-Forscher teilen sich die mit umgerechnet rund 900.000 Euro dotierte höchste wissenschaftliche Auszeichnung der Welt im Bereich Medizin und Physiologie.

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Das schwedische Karolinska-Institut vergab die Auszeichnung an Elizabeth H. Blackburn (Universität von Kalifornien, San Francisco), Carol W. Greider (Johns Hopkins Universität, Baltimore) und Jack W. Szostak (Howard Hughes Medical Institute, Harvard University, Boston) für ihre Arbeiten auf dem Gebiet der Erbgutforschung. Sie konnten nachweisen, wie Chromosomen durch Telomere, winzige Endkappen, geschützt werden und entdeckten das Enzym Telomerase, das die Schutzkappen aufbaut.

Wie der Plastikring am Ende eines Schnürsenkels

Nobelpreisträgerin Elizabeth H. Blackburn von der Universität von Kalifornien (Foto: AP) Photo/Michael Probst)

Die gebürtige Tasmanin Elizabeth H. Blackburn ist laut "Time-Magazine" einer der 100 einflussreichsten Persönlichkeiten der Welt.

Telomere (griechisch für "Endteile") umhüllen die Chromosomen im Erbgut jeder einzelnen Zelle wie der Plastikring am Ende eines Schnürsenkels. Bei jeder Teilung einer gesunden Zelle werden die Telomere um ein winziges Stück gekürzt. Wird dabei eine gewisse Mindestlänge unterschritten, teilt sich die Zelle nicht mehr oder stirbt ab.

Jungbrunnen für Zellen

Medizin-Nobelpreisträgerin Carol Greider (Foto: Wikipedia)

Carol Greider leitet die Abteilung für Molekularbiologie und Genetik des John Hopkins Universität in Baltimore, USA.

Das von Elizabeth Blackburn und Carol Greider entdeckte Enzym, die Telomerase, kann die Verkürzung der Telomeren unterbinden: Es stückelt nach der Teilung DNA-Bausteine an die Chromosomen-Enden an und verlängert so die Telomere wieder. Damit wirkt die Telomerase der Zellalterung entgegen.

Neue Krebs-Therapie möglich

Medizin-Nobelpreisträger Jack Szostak (Foto: AP)

Der US-amerikanische Genetikprofessor Jack W. Szostak baute das erste künstliche Hefe-Chromosom.

Nachweisbare Mengen an Telomerase finden sich im menschlichen Körper ausschließlich in Zellen, die sich dauerhaft erneuern müssen, wie Haut- und Schleimhautzellen sowie Krebszellen. Das Enzym fördert das Tumorwachstum, indem es die Zellalterung verhindert und dem natürlichen Absterben der Zelle entgegenwirkt. Daher ist die Telomerase heute ein zentraler und wichtiger Angriffspunkt für die Entwicklung neuer Krebsmedikamente.

Der Nobelpreis für Medizin und Physiologie wurde 2009 zum 100. Mal verliehen.

Autorin: Ulrike Wolpers (dpa, Nobelprize)

Redaktion: Judith Hartl

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