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Kultur

Medien und Demokratie in Litauen

Litauen hat 1990 seine Unabhängigkeit wiedergewonnen. Wie hat sich die Medienlandschaft seither entwickelt? Ein Blick in das diesjährige Gastland der Frankfurter Buchmesse.

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Litauisch gilt als älteste lebende indogermanische Sprache

Nach Jahren der Unterdrückung will Litauen seine neu gewonnene Eigenständigkeit nicht mehr verlieren. Mit rasender Geschwindigkeit wurden deshalb demokratische Strukturen aufgebaut. Die neue Freiheit in dem Balten-Staat zeigt sich unter anderem auch auf dem Mediensektor. Seit dem Ende des Ost-West-Konflikts wird veröffentlicht, was das Papier hergibt.

Meinungsvielfalt?

Glaubt man den offiziellen Statistiken sind derzeit mehr als 260 Zeitschriften und weit mehr als 400 Zeitungen auf dem Markt. Sie erscheinen sowohl in der Landessprache Litauisch, als auch in englisch, russisch, polnisch, deutsch oder in weiteren Sprachen. Die Gesamtauflage soll bei etwa 2,7 Millionen Exemplaren liegen.

Nach wie vor ist der "Litauische Morgen" die größte Tageszeitung. Ihr folgt "Respublika" mit einer Auflage von 40.000 Stück. Die Zeitung habe einen besonders guten Ruf, weil sie stilistisch anders sei und erst 1989 gegründet wurde, sagt "Respublika"-Redakteurin Violeta Mickeviciute. Eine sowjetische Vergangenheit gäbe es nicht.

In Europa integriert?

Die litauische Medienlandschaft, so behauptet Radiomacher Kestutis Petrauskis, unterscheide sich kaum von den Standards anderer Länder in der Europäischen Union: "Litauische Medien sind gleich nach der Wende an Europa angeschlossen worden. Der litauischen Markt für Medien ist sehr klein. Wir sind nur 3,5 Millionen Einwohner, aber die Konkurrenz ist sehr groß." Allein auf dem Radiomarkt gäbe es derzeit sieben landesweite Privatsender, etwa 20 regionale Sender und 6 lokale Sender.

Petrauskis schätzt sein Heimatland als offen ein: "Wir beziehen Informationen aus dem Ausland. Wir abonnieren ausländische Zeitschriften, wir hören ausländische Sender, wir sind eigentlich in Europa integriert."

Finanzierung?

Die Privatradios werden wie überall über die Einnahmen aus der Werbung finanziert, doch für die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gibt es zwar schon Gesetze, aber noch keine Geld. "Die Rundfunkgebühren wurden bis jetzt noch nicht eingeführt, weil alle regierenden Parteien sich davor fürchten," meint Petrauskis. Die Steuern zu erheben wäre ein sehr unpopulärer Schritt. Viele würden die Abgabelast schon jetzt für zu hoch halten. Nach neuesten Meldungen sollen die Rundfunkgebühren nun 2003 eingeführt werden.

Pressefreiheit?

In Litauen gäbe es nur eine eingeschränkte Pressefreiheit, meint Violeta Mickeviciute. Auf der einen Seite gäbe es den schmälernde Einfluss der Unternehmer und Werbetreibenden. Andererseite könne man nicht von "innerer Pressefreiheit" reden, da es keine Gewerkschaften gäbe.

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