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Ostmitteleuropa

Medien und Demokratie in Litauen

- Einführung der Rundfunkgebühren ist nicht populär - Großer Zeitschriftenmarkt - in mehreren Sprachen

Köln, 7.10.2002, DW-radio, Petra Kohnen

Die neue Freiheit in dem baltischen Staat Litauen zeigt sich unter anderem auch auf dem Mediensektor. Seit dem Ende des Ost-West-Konflikts, dem Ende des Kommunismus, wie die Litauer und Litauerinnen sagen, wird veröffentlicht, was das Papier hergibt.

Glaubt man den offiziellen Statistiken, sind derzeit über 260 Zeitschriften und weit mehr als 400 Zeitungen auf dem Markt. Sie erscheinen sowohl in der Landessprache Litauisch, als auch in Englisch, Russisch, Polnisch und Deutsch sowie weiteren Sprachen. Ihre Gesamtauflage soll bei etwa 2,7 Millionen Exemplaren liegen. Nach wie vor ist der "Litauische Morgen" die größte Tageszeitung, ihr folgt "Respublika", die kurz vor der Unabhängigkeit gegründet wurde - so die "Respublika"-Redakteurin Violeta Mickeviciute:

(O-Ton Mickeviciute) "Die Auflage im Vergleich mit dem Markt in Litauen ist ziemlich groß ab 40 000 Exemplare. Sie hat einen guten Ruf, weil sie ist stilistisch etwas anderes als die größte Zeitung und sie wurde erst 1989 gegründet, also ganz neu, ohne sowjetische Vergangenheit."

Die litauische Medienlandschaft, behauptet Radiomacher Petrauskis, unterscheidet sich kaum von den Standards anderer Länder in der Europäischen Union:

(O-Ton Petrauskis) "Litauische Medien sind gleich nach der Wende an Europa angeschlossen und der litauische Markt für Medien ist sehr klein. Wir sind nur 3,5 Millionen Einwohner, aber die Konkurrenz ist sehr groß, sowohl auf der Presselandschaft, sowohl auch an dem Radiomarkt. Beispielsweise wir haben momentan sieben landesweite Privatsender, etwa 20 regionale Sender und dazu noch sechs lokale Sender, also insgesamt die Konkurrenz ist riesig, deswegen wird sich nichts mehr ändern, außerdem Litauen ist ein offenes Land, wir beziehen Informationen aus dem Ausland. Wir abonnieren ausländische Zeitschriften, wir hören ausländische Sender, wir sind eigentlich in Europa integriert."

Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit. Zwar werden die Privatradios wie überall über die Einnahmen aus der Werbung finanziert, doch für die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gibt es zwar schon Gesetze, aber noch kein Geld:

(O-Ton Petrauskis) "In unserm Gesetz steht fest, dass wir sollen oder müssen aus den Rundfunkgebühren finanziert sein, aber die Rundfunkgebühren wurden bis jetzt noch nicht eingeführt, weil alle regierende Parteien haben sich gefürchtet, diese Rundfunkgebühren einzuführen, weil es ist ein unpopulärer Schritt in der Bevölkerung. Weil die Leute auch jetzt sagen, die Steuern sind bei uns zu hoch, wir zahlen viel zu viel an den Staat und deswegen alle Parteien wollten das nicht machen. Unser Ziel ist, 2003 diese Rundfunkgebühren einzuführen."

Gibt es die Pressefreiheit im Land?

(O-Ton Petrauskis) "Ja eindeutig!", meint der Rundfunkmacher Kestutis Petrauskis. Die junge Kollegin von "Respublica", Violeta Mickeviciute, differenziert:

(O-Ton Mickeviciute) "Ich würde sagen, es gibt schon Pressefreiheit, aber die ist schon ein bisschen beschränkt durch große Unternehmer, durch große Werbungseinnahmen. Ich sehe nur das größte Problem, es gibt keine innere Pressefreiheit oder nur sehr klein, weil wir haben keine Gewerkschaften." (TS)

  • Datum 07.10.2002
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