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USA

Medien: Regierungsbericht sieht USA stark von Klimawandel betroffen

Der Entwurf des Klimaberichts der US-Regierung ist im Weißen Haus eingegangen. Er stelle drastische Folgen der Erderwärmung fest, berichtet die "New York Times". Einige Forscher befürchten, er könnte unterdrückt werden.

Symbolbild USA Abkehr von Klimavertrag (picture-alliance/AP Photo/B. Camp)

Das Kohlekraftwerk in Juliette im Bundesstaat Georgia gehört zu den größten Kohlendioxiderzeugern der USA

Ein umfangreicher Regierungsbericht mit zahlreichen Belegen für einen tiefgreifenden Klimawandel in den USA liegt nun dem Weißen Haus zur Freigabe vor. Das berichtet die Zeitung "New York Times", der der Report vertraulich zugespielt wurde. "Beweise für den Klimawandel sind reichlich vorhanden", zitiert das Blatt aus dem Bericht. Man könne vielfältig belegen, welch große Rolle der Mensch für die Veränderung des Klimas spiele, vor allem mit Blick auf den Ausstoß von Treibhausgasen. Es gebe auch Fortschritte darin, einen Zusammenhang von extremen Wettervorkommnissen und dem Klimawandel nachweisen zu können.

Ein weiterer wichtiger Befund besteht demnach darin, dass die Forscher es für "extrem wahrscheinlich" halten, dass mehr als die Hälfte des globalen Temperaturanstiegs seit 1951 mit dem Einfluss des Menschen verbunden werden kann.

Folgen schon jetzt spürbar

"Die Amerikaner spüren die Effekte des Klimawandels schon jetzt", heißt es in der Studie weiter. Die Durchschnittstemperaturen in den USA haben demnach stark zugenommen: Die vergangenen Jahrzehnte seien die heißesten seit 1500 Jahren gewesen. Die Autoren erwarten laut Zeitungsbericht, dass der durchschnittliche Temperaturanstieg in den Vereinigten Staaten die jüngsten Jahre mit Hitzerekorden in der nahen Zukunft "relativ normal" machen werde. Bis zum Ende des Jahrhunderts werde die Temperatur zwischen 2,8 und 4,8 Prozent klettern, je nach dem Ausmaß künftiger Emissionen.

Dem Zeitungsbericht zufolge sind die verantwortlichen Wissenschaftler in großer Sorge, dass US-Präsident Donald Trump ihn blockieren wird. Die Studie widerspreche in allen Punkten Trumps beharrlichen Aussagen, wonach ein Beitrag des Menschen zum Klimawandel nicht bewiesen sei.

Der Report wurde den Angaben zufolge im Februar von 13 US-Bundesbehörden fertig gestellt. Er ist Teil einer Art nationalen Klimaberichts (National Climate Assessment), den der US-Senat alle vier Jahre anfordert. Die Nationale Akademie der Wissenschaften hat ihn freigezeichnet - nun warten die Autoren auf Trumps Freigabe.

Video ansehen 02:43

Entsetzen und Trotz nach Trumps Klimawende

Wie reagiert der Klimaskeptiker Trump?

Es ist das erste Mal, dass Trumps Regierung zu einem solchen Bericht Farbe bekennen muss. Vom Weißen Haus oder der Umweltschutzbehörde EPA gab es zunächst keine Reaktion. Die US-Regierung unter Trump zweifelt den Klimawandel an. Sie hat eine scharfe Abkehr von der Politik Barack Obamas vollzogen, der sich für den Kampf gegen den Klimawandel stark gemacht hatte.

Trump hatte Anfang Juni den Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen angekündigt und erklärt, sein Land werde die Vereinbarung "ab sofort" nicht mehr umsetzen. Am Freitag hatte das US-Außenministerium den angestrebten Rückzug schriftlich bestätigt. Um die Interessen der USA zu schützen, will Washington aber weiterhin an den internationalen Klima-Verhandlungen teilnehmen. Der Pariser Pakt, der von fast 200 Nationen unterzeichnet wurde, sieht vor, die Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius zu bremsen.

kle/pab (dpa, afp, nytimes.com)

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