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Islamismus

Medien: Britischer IS-Attentäter war Guantanamo-Insasse

Geht von freigelassenen Häftlingen des US-Gefangenenlagers Guantanamo noch eine Gefahr aus? Diese Debatte, die in den USA immer wieder hochkocht, dürfte durch Berichte aus Großbritannien befeuert werden.

Irak Mosul (picture-alliance/AP Photo/K. Mohammed)

Autowrack nach einem Terroranschlag im Irak (Archivbild)

Ein Selbstmordattentäter der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) ist laut Medienberichten als früherer Insasse des US-Gefangenenlagers Guantanamo identifiziert worden. Wie die britische Zeitung "The Times" unter Berufung auf den Bruder des Mannes berichtet, handelt es sich um den Briten Jamal al-Harith. Auch zwei britische Geheimdienstmitarbeiter sollen dies bestätigt haben. Dagegen sagte der Sprecher der britischen Premierministerin Theresa May, es läge bislang keine unabhängige Bestätigung dafür vor, dass es sich bei dem Selbstmordattentäter in Mossul um einen ehemaligen Guantanamo-Häftling handle.

Der IS hatte sich zu einem Selbstmordanschlag außerhalb der irakischen Stadt bekannt, bei dem sich al-Harith inmitten irakischer Truppen in die Luft gesprengt haben soll. Wann der Anschlag in Tal Gaysum südwestlich von Mossul sich ereignete, geht aus den Berichten nicht hervor.

"Er ist es"

Der IS hatte zuvor ein Foto des Mannes veröffentlicht, das am Montag von dem US-Unternehmen Site gezeigt wurde. Site ist auf die Überwachung islamistischer Websites spezialisiert. "Er ist es", sagte der Bruder des Mannes, Leon Jameson, der "Times".

Wie die Medien weiter berichten, wechselte der Attentäter mehrmals seinen Namen. Geboren als Ronald Fiddler, konvertierte er später zum Islam und nannte sich von da an Jamal al-Harith. Zuletzt trug er den Decknamen Abu-Zakariya al-Britani.

Die britische Regierung bestätigte die Identität des Mannes bisher nicht und verwies auf die eingestellte Arbeit der Konsulate in Syrien und die stark eingeschränkte Arbeit im Irak. "Es ist sehr schwierig, den Aufenthaltsort und den Status britischer Staatsbürger in diesen Gegenden zu bestätigen", sagte eine Sprecherin der Nachrichtenagentur AFP.

Von den Taliban inhaftiert

Al-Harith, der 50 Jahre alt wurde, war jamaikanischer Abstammung. Er ging nach Afghanistan, wo ihn die Taliban inhaftierten, weil er einen britischen Pass hatte. Nach dem Sturz der Taliban wurde er 2002 von US-Truppen festgenommen und nach Guantanamo gebracht. 2004 kehrte er nach Großbritannien zurück, wurde dort befragt und dann auf freien Fuß gesetzt. Laut BBC reiste er 2014 über die Türkei nach Syrien.

jj/kle (dpa, afp, bbc)