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Technologie

Medien: Bosch will Halbleiterwerk in Dresden bauen

Der Stuttgarter Technologiekonzern Bosch plant nach Medienberichten in Dresden den Bau einer zweiten Halbleiterfabrik in Deutschland. Bosch will in Sachsen angeblich eine Milliarde Euro investieren.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa handelt es sich bei dem Vorhaben um die größte Investition der Firmengeschichte. Demnach will das Stuttgarter Unternehmen in Dresden 700 Arbeitsplätze schaffen. Die Produktion in dem neuen Werk soll 2021 anlaufen. Nach einem Bericht der "Sächsischen Zeitung" soll in dem Werk Elektronik für Sensoren produziert werden.

Ein Sprecher des Unternehmens wollte sich nicht zu der Berichterstattung mehrerer Medien äußern. Bosch hat allerdings für Montag zu einer Pressekonferenz in Berlin im Beisein von Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich und Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig eingeladen.

Fördergelder von Bund und EU

Der Großteil des geplanten Investments entfalle auf den Stuttgarter Konzern, die restliche Summe werde durch Fördermittel von Bund und Europäischer Union finanziert, sagte ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Bosch betreibt bereits eine Chipfabrik in Reutlingen und ist ein führender Sensorenhersteller.

Der weltgrößte Autozulieferer hat mit dem Produktionsausbau den Einsatz für selbstfahrende Automobile im Auge, aber auch für das sogenannte Internet der Dinge, bei dem Computer zunehmend von "intelligenten Gegenständen" so ergänzt werden, dass Menschen in ihren Tätigkeiten unmerklich unterstützt werden. Bosch und der Autohersteller Daimler wollen bis 2020 selbstfahrende Autos für den Stadtverkehr auf den Markt bringen. Das kündigten beide Unternehmen im April an.

Reutlingen - Halbleiterfabrik von Bosch (picture alliance/dpa/M. Becker)

Die Halbleiterfabrik in Reutlingen hat Bosch 2010 in Betrieb genommen

"Silicon Saxony"

Der Freistaat Sachsen hat in den vergangenen Jahrzehnten viele Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen angelockt. Hersteller, Dienstleister und Hochschulen sind im Verein "Silicon Saxony" zusammengeschlossen. Nach dessen Angaben beschäftigen die 320 Mitgliedsunternehmen rund 20.000 Mitarbeiter. Bosch habe sich für den Standort entschieden, weil es ein großes Potenzial an Fachkräften dort gebe, erklärte der Insider laut Reuters. Zu den größten Chipherstellern vor Ort gehören Infineon, Globalfoundries und die niederländische Firma NXP.

Wie die "Sächsische Zeitung" berichtet, konnte sich Dresden gegen harte internationale Konkurrenz durchsetzen. So sollen New York und ein Standort in Singapur in der letzten Verhandlungsrunde gewesen sein.

kle/fab (dpa, rtr)

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