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Sport

Medaillenregen für deutsche Frauen

Zweimal Silber, zweimal Bronze - die deutschen Leichtathletinnen zeigen am dritten Wettkampftag bei der EM in Amsterdam ihre Stärke. Vor allem die Werferinnen sind erfolgreich. Eine Überraschung gibt es beim Weitsprung.

Frauen-Power in Amsterdam: Diskuswerferin Julia Fischer und Hammerwerferin Betty Heidler holen bei der EM Silber, Diskuswerferin Shanice Craft und Weitsprung-Talent Malaika Mihambo jeweils Bronze. 18 Jahre nach Heike Drechsler gab es damit eine deutsche EM-Medaille im Weitsprung. Der Deutsche Leichtathletik-Verband heimste somit an den drei Wettkampftagen sieben Medaillen ein.

Mit ihrer Jahresbestleistung von 75,77 Metern musste sich Heidler bei ihrer letzten EM nur der Polin Anita Wlodarczyk (78,14 Meter) geschlagen geben. "Silber ist riesig!", sagte die Weltmeisterin von 2007, Europameisterin von 2010 und Olympia-Dritte von 2012. Bronze erkämpfte Hanna Skydan aus Aserbaidschan mit 73,83 Metern.

"Ein Wahnsinnsgefühl"

Erfolgreich endete der Tag auch für Julia Fischer, die sogar drei Versuche lang von EM-Gold im Diskuswerfen träumen durfte. Die 26-Jährige warf 65,77 Meter und musste sich nur der erneut überragenden Sandra Perkovic aus Kroatien (69,97 Meter) geschlagen geben. Bronze ging wie schon 2014 an die Deutsche Shanice Craft (63,89 Meter). Nadine Müller rundete als Vierte (62,63) das starke Ergebnis der deutschen Werferinnen ab. "Das ist meine erste Medaille bei den Aktiven. Ich habe alles gegeben, um sie zu gewinnen. Es ist ein Wahnsinnsgefühl", sagte Fischer: "Ich bin unfassbar glücklich, ruhe mich aber auf der Medaille nicht aus - ganz im Gegenteil. Die Männer können sich ein Beispiel an uns nehmen." Fischer ist die Freundin von Diskus-Olympiasieger Robert Harting.

Malaika Mihambo beim Sprung (Foto: picture alliance/dpa/M. Kappeler)

Malaika Mihambo springt zu Bronze

Mit Glück und Können landete Malaika Mihambo überraschend auf dem Bronze-Platz. Die 22-Jährige sprang im Weitsprung-Finale 6,65 Meter weit. "Für mich war es sehr schwierig, der Wettkampf war sehr zäh", sagte die Studentin der Politikwissenschaften, die am Ende auch noch von einem Wadenkrampf geplagt war. "Deshalb bin ich einfach nur glücklich, dass ich es geschafft habe."

Deutsche Männer floppen

Deutschlands Top-Sprinter Julian Reus erlebte dagegen die nächste Enttäuschung: Er schied im Halbfinale über 200 Meter als Sechster in 20,83 Sekunden aus. "Irgendwie wollte es nicht schneller gehen. Ich muss das jetzt abhaken", sagte Reus. Auch sein Vereinskollege Robin Erewa und Aleixo-Platini Menga schafften es nicht in den Endlauf. Lokalmatador Churandy Martina verlor nachträglich sein 200-Meter-Gold. Der 100-m-Europameister war zunächst auch über die doppelte Distanz der schnellste Athlet, wurde dann aber wegen Verlassens der Bahn disqualifiziert. Gold ging an den Spanier Bruno Hortelano vor dem Türken Ramil Guliyev und dem Briten Danny Talbot.

Leer ging auch der deutsche Stabhochspringer Karsten Dilla aus, der dreimal an 5,50 Metern scheiterte. "Ich will es ungern auf den Wind schieben, aber es war heute nicht einfach. Das war ein bisschen eine Lotterie", erklärte Dilla. Indessen verpokerte sich Stabhochsprung-Olympiasieger und -Weltrekordler Renaud Lavillenie: Der Franzose riss bei der Leichtathletik-EM in Amsterdam dreimal seine Einstiegshöhe von 5,75 m und verpasste damit seinen vierten Europameistertitel in Serie. Das hat bisher kein Athlet geschafft. Gold ging nach dem "Salto nullo" des Topfavoriten an den Polen Robert Sobera, Silber holte Jan Kudlicka aus Tschechien. Auf den dritten Platz kam der Slowake Robert Renner.

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