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Mecklenburgisch

Mecklenburgisch ohne Hektik

Plattdeutsch wird in vielen Gegenden Norddeutschlands gesprochen, so auch in Mecklenburg. Wichtig ist vor allem, langsam und langgezogen zu sprechen. Und wer Englisch kann, dem wird auch Plattdeutsch nicht schwer fallen.

Zunächst einmal hat der Mecklenburger Zeit zum Sprechen. Viel Zeit. Manch einer wundert sich, wie die Norddeutschen es schaffen, bei der Sprechgeschwindigkeit noch zu nuscheln. Die Vokale werden laaanggezogen, genüsslich diphthongiert: Statt wohnen sagt man wounen, statt Rivalität auf Mecklenburgisch Rivalitäit, aus Kuh wird Kou oder manchmal auch Kau.

Traktor bei der Heuernte in Grimmen

Dort jedoch, wo der gemeine Hochdeutschsprecher einen Diphthong vermutet, wird er ihn im Plattdeutschen kaum finden: Statt Haus hört man Huus, statt Schwein sagt man hier Swien. Und im Plattdeutschen liebt man den Relativsatz. Die einfahrenden Schiffe – das würde man hier nie sagen. De Schäpen, die rinkomm heißt das auf Platt.


Sprache oder Dialekt
Plattdeutsch ist kein Dialekt. Es ist vielmehr eine Dialektgruppe oder sogar eine eigene Sprache mit teilweise eigener – und eigentümlicher – Grammatik. Des Plattdeutschen Unkundige – oder besser: Lüd, die nich Plattdütsch schnacken – werden in Mäkelbörg häufig mit Begriffen konfrontiert, die sie einfach nicht verstehen.

Ein Kornfeld mit Fahrspuren bei Grambow

Plattdeutsch hat seinen eigenen Wortschatz, der sich teilweise auch im Hochdeutschen, so wie es an der Küste gesprochen wird, durchgesetzt hat. So trifft man auch in einem hochdeutschen Satz auf Begriffe wie figeliensch, schnacken oder swienplietsch.

Auch wenn in der jüngeren Generation Mecklenburg-Vorpommerns heute kaum noch jemand aktiv Plattdeutsch spricht – beeinflusst sind sie doch fast alle. Plattdeutsche Begriffe und der typisch plattdeutsche "Sound" haben ihren Weg in das Hochdeutsche der Region gefunden.

Die richtige Mischung
Das Plattdeutsche entwickelte sich als eine Mischung aller im Ostseeraum gesprochenen Sprachen. Parallelen zum Niederländischen, Schwedischen, Englischen und sogar zu slawischen Sprachen sind unübersehbar.

Kreidefelsen auf Rügen

Die Ähnlichkeit zum Niederländischen und Englischen wird dadurch verstärkt, dass Plattdeutsch die so genannte Zweite Lautverschiebung des Deutschen nicht mitmachte. So blieben die Konsonanten p, t und k erhalten, wo sie im Hochdeutschen ersetzt wurden: Pfeife und Apfel blieben Piepe und Appel (Englisch: pipe und apple), erzählen blieb vertellen (Englisch: to tell) und machen blieb maken (Englisch: to make).

Platt gemacht
Als sich um 1500 die Entwicklung des Deutschen zu einem standardisierten Hochdeutsch vollzog, setzte sich das Hochdeutsche zunächst als Schriftsprache durch. Platt wurde zu einem rein gesprochenen Dialekt, der dann begann, sich in den verschiedenen Regionen unterschiedlich zu entwickeln. So unterscheidet sich heute das Niedersächsische Plattdeutsch vom Hamburgischen oder Mecklenburgischen.

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