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Meckerziege, Grantler und Co.

Die Meckerziege und der Brummbär sind keine einfachen Zeitgenossen. Der Dauernörgler aber kann einem so richtig auf den Nerv gehen. Er stänkert und mault ohne Unterbrechung – und fühlt sich scheinbar wohl dabei.‎

Meckerziegen sind keine richtigen Ziegen. Es ist zwar richtig, dass Ziegen meckern – Schweine grunzen, Kühe muhen – aber allenfalls in Bilderbüchern für kleine Kinder würde man von Meckerziegen sprechen.

Nicht nur Ziegen meckern

Nein, die Meckerziege ist ein Mensch weiblichen Geschlechts, der andauernd am Meckern ist, der an allem etwas auszusetzen hat, dem nichts passt. Die Meckerziege kann die Nervensäge im Kindergarten, die heranwachsende Tochter oder die Rentnerin von gegenüber sein. Meckern ist an kein Alter gebunden.

Die deutsche Umgangssprache ist reich an Wörtern, die eine "Missfallensbekundung" zum Ausdruck bringen. Ein gut gemixter Cocktail aus Verben und Ausdrücken, fein abgestimmt und von unterschiedlicher Färbung. "Meckerziege" ist zwar für männliche Dauernörgler kein passender Ausdruck, aber nörgeln und meckern ist keineswegs geschlechtsspezifisch. Auch Frauen nörgeln.

Mosern schafft Abstand

Menschen, denen man so gut wie nie etwas recht machen kann, sind anstrengend. In aller Regel sind sie auch nicht besonders glücklich. Es scheint ihnen nur dann gut zu gehen, wenn es etwas zu meckern und zu mosern gibt. Wer stets rummosert, macht sich nicht gerade beliebt und schafft es ohne Weiteres, seine Mitmenschen auf Abstand zu halten.

Natürlich gibt es viel zu kritisieren und zu beanstanden auf dieser Welt, aber wer stets den Blick auf das Negative richtet und glaubt, in allem und jedem einen Makel entdecken zu müssen, ändert gar nichts und will letztlich auch gar nichts ändern … Das musste mal gesagt werden – war das jetzt gemosert?

Vom Makel und vom Mäkeln

Zurück zu "Makel": ein Lehnwort aus dem Lateinischen, dem man – wie so vielen anderen – die fremdsprachliche Herkunft nicht mehr anmerkt. Es ist gänzlich eingedeutscht und bedeutet im ursprünglichen Sinne "Fleck", dann in übertragener Bedeutung "Schandfleck" oder auch nur "Fehler".

Was also heißt "mäkeln" oder "herummäkeln"? Der notorische Mäkler sucht auch dann nach dem sprichwörtlichen "Haar in der Suppe", wenn gar keines drin ist. Motzen um jeden Preis. Herummaulen, auch wenn es nichts zu maulen gibt. Es gibt sie, die Stänkerer, die geradezu zwanghaft alles miesmachen.

Dauerstänkern macht einsam

Ganz klar: Wir alle äußern unseren Unmut mitunter auf eine Art und Weise, die übertrieben ist und unseren Mitmenschen gehörig auf den Nerv gehen kann. Nur: Die Sprache hat nicht umsonst die Substantivierungen "Motzer", "Miesmacher", "Nörgler", "Stänkerer" und so weiter hervorgebracht. Wer mit einem solchen Etikett herumläuft oder als "Grantler" oder "Meckerziege" verschrien ist, verbreitet schlechte Laune und vor allem: tut nichts gegen das, was ihm oder ihr angeblich so gegen den Strich geht.

Wenn ein "Grantler" grantelt, dann ist er grantig. Er ist mürrisch, zänkisch. Er murrt und will zanken. Aber meist bleibt er allein mit seiner "Grantelei", denn man kennt das schon alles von ihm – oder von ihr. Wer ihm (beziehungsweise ihr) zu widersprechen wagt oder schlicht darum bittet, endlich mit der ständigen Schimpferei aufzuhören, muss damit rechnen, "angeschnauzt" zu werden. Im günstigsten Fall zieht sich der "Grantler" dann brummend zurück.

Der alte Brummbär

Auch das ist eine – wenn auch fast gemütliche – Form sprachlicher Opposition. Brummen ist nicht so nervtötend wie beispielsweise das zänkische Meckern, und der sprichwörtliche "alte Brummbär" ist im Grunde seines Wesens ein verträglicher Typ, der sich und das, was er so vor sich "hinbrummelt", auch nicht unbedingt tierisch ernst nimmt. Es lebt sich besser so. Bleibt noch zu bemerken, dass Ziegen natürlich nie meckern. Es hört sich nur nach Meckern an.

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