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Welt

McCain unterbricht Wahlkampf wegen Finanzkrise

Der republikanische US-Präsidentschaftskandidat John McCain sagt, er wolle sich an Lösungen der Finanzkrise beteiligen. Diese hatte seinem Konkurrenten Obama in Umfragen zuletzt einen deutlichen Vorsprung beschert.

McCain mit Mikrofon vor US-Flagge, streckt den rechten Arm aus (Archiv, Quelle: AP)

Wirtschaftskrise - weiß McCain wo es lang geht?

McCain kündigte am Mittwoch (24.09.2008) vor Journalisten in New York außerdem an, er wolle das für Freitag geplante TV-Duell mit seinem demokratischen Rivalen Barack Obama verschieben. Er habe sein Wahlkampfteam angewiesen, mit Obamas Mannschaft und den Organisatoren der Debatten darüber zu sprechen, so McCain. "Lasst uns die Politik beiseite stellen", sagte McCain. Er verglich die derzeitige Finanzkrise mit den Terroranschlägen vom 11. September 2001. Jetzt sei erneut Patriotismus und gemeinsames Handeln notwendig.

Ein Sprecher Obamas erklärte, es müsse eine gemeinsame Stellungnahme zu der Finanzkrise gefunden werden. Diese Initiative sei aber von Obama, nicht von McCain ausgegangen.

McCain regt Treffen mit Bush und Obama an

McCain kündigte an, am Donnerstag nach Washington zurückzukehren, um sich an der Lösung der Finanzkrise zu beteiligen. Er schlug ein Krisentreffen mit Präsident George W. Bush vor, an dem Obama und er teilnehmen sollten. Weitere Details nannte er zunächst nicht. Die erste der drei Fernsehdebatten der beiden Kandidaten war für Freitagabend angesetzt gewesen und sollte vor allem Fragen der Außenpolitik und nationalen Sicherheit zum Thema haben.

Ein 700 Milliarden schwerer Rettungsplan der US-Regierung für den angeschlagenen Finanzsektor war am Dienstag ins Stocken geraten, nachdem der Bankenausschuss des US-Senats ernste Bedenken angemeldet hatte. Der Ausschussvorsitzende Chris Dodd bezeichnete das Paket in seiner derzeitigen Form als "nicht akzeptabel". Das Weiße Haus will den Banken faule Kredite abkaufen. Führende Kongresspolitiker hatten zwar grundsätzliche Zustimmung geäußert, aber Schutzmechanismen auch für einfache US-Bürger eingefordert.

Wirtschaftspolitischer Profilierungsversuch

Obama und McCain (Quelle: AP)

Die Krise beflügelt Obama (l.) in den Umfragen

McCains Vorstoß ist offenbar auch ein Versuch, seine wirtschaftspolitische Autorität zu stärken. Die Finanzkrise hat seinem demokratischen Herausforderer Barack Obama nach neuesten Umfragen einen deutlichen Vorsprung in der Wählergunst beschert. Obama liegt laut der "Washington Post" und dem TV-Sender ABC inzwischen mit neun Prozentpunkten vor seinem republikanischen Konkurrenten John McCain. Demnach würden 52 Prozent der Wähler ihre Stimme dem 47-jährigen Obama geben. Der 72-jährige McCain kommt laut der Umfrage nur auf 43 Prozent.

In einer vom Pew Institut geführten Umfrage sagten sogar 47 Prozent, dass sie am ehesten Obama zutrauten, mit der Finanzkrise fertig zu werden. Nur 35 Prozent sahen McCain als besser geeignet. 57 Prozent waren mit dem Krisenmanagement der Regierung von Präsident George W. Bush zufrieden. (rri)

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