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Fokus Osteuropa

Mazedonien wirbt um Investoren und für den EU-Beitritt

Im Mittelpunkt der internationalen Konferenz über die wirtschaftliche Perspektiven Mazedoniens, die am Dienstag (4.10.) in Wien stattfand, standen vor allem Mazedoniens Bemühungen auf dem Weg der Integration in die EU.

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Immer ein Lächeln für die Investoren - Vlado Buckovski, mazedonischer Ministerpräsident

Auf der Konferenz haben Wirtschaftsvertreter, Bankvertreter und Politiker aus Österreich, Mazedonien und anderen Ländern sowie Vertreter internationaler Organisationen über die Investitionsmöglichkeiten in dem Balkan-Land diskutiert.

Buckovski verspricht gute Geschäfte

Der mazedonische Ministerpräsident Vlado Buckovski bewertete die in Wien dargestellten Chancen seines Landes als ausgezeichnet. Er äußerte außerdem die Hoffnung, dass die etwa 100 anwesenden Geschäftsleute aus ganz Europa die Investitionsangebote der mazedonischen Delegation schätzen würden. "Ich denke, wir konnten Sie überzeugen, dass alle, die zurzeit ihr Geld in Mazedonien investieren, gute Geschäfte machen werden", sagte Buckovski. Mazedonien stehe derzeit vor einer möglichen Entscheidung der Europäischen Union zur Aufnahme von Beitrittsverhandlungen, führte er fort, man bemühe sich auch um eine NATO-Mitgliedschaft. In diesem Moment gewinne Mazedonien an Bedeutung und viele Firmen aus Europa verfolgten die Entwicklung mit wachsamen Augen, betonte der Regierungschef.

Warten auf die Entscheidung aus Brüssel

Fatmir Besimi, Wirtschaftsminister in Buckovskis Regierung, ist der Meinung, Mazedonien sei eine gute Adresse für ausländische Investitionen. Er betonte, es handele sich um ein politisch und makroökonomisch stabiles Land mit wachsender Wirtschaft. Die Konferenz, die vom Londoner Wochenblatt Economist organisiert wurde, fand nicht zufällig in der europäischen Metropole Wien und ausgerechnet in dieser Woche statt. Nach den bisherigen Ankündigungen wird die Europäische Kommission im November ihre Meinung über die mazedonische Bewerbung um die EU-Mitgliedschaft äußern.

Auf der Konferenz konnte man spüren, dass die meisten Telnehmer keine Schwierigkeiten bei der Bewertung erwarten, ob Skopje die üblichen politischen Standards erfüllen werde. Dies könne man aber nicht für andere Bereiche, vor allem nicht auf die wirtschaftliche Situation übertragen. Man erwarte deshalb eine grundsätzlich positive Bewertung, aber mit vielen Bemerkungen und Suggestionen.

Kandidatenstatus schon im Dezember?

Obwohl die Vertreter der mazedonischen Regierung die endgültige Entscheidung über den Kandidatenstatus auf dem EU-Gipfeltreffen Ende Dezember erwarten, sind viele Teilnehmer der Wiener Konferenz der Meinung, dies werde erst im Laufe nächsten Jahres geschehen. Die EU, so ihre Argumentation, müsse zuerst den Kompromiss verkraften, den sie diese Woche in Bezug auf Kroatien und die Türkei geschlossen habe.

Die Hoffnungen der Mazedonier richten sich deshalb auch auf Wien. Denn Anfang nächsten Jahres wird Österreich die EU-Präsidentschaft übernehmen. Ein Beleg für die österreichische Unterstützung der mazedonischen EU-Ambitionen lieferte am Dienstagabend Wolfgang Schüssel. Ungeplant und unangemeldet erschien er zum Festabendessen und sprach danach kurz mit dem mazedonischen Ministerpräsidenten Buckovski.

Zoran Jordanovski, Wien,
DW-RADIO/Mazedonisch, 5.10.2005, Fokus Ost-Südost