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Europa

Mazedonien muss weiter warten

Der Streit um den Staatsnamen Mazedonien verhindert den Beginn von Beitrittsbehandlungen mit der EU. Griechenland und Mazedonien können sich nicht einigen. Die EU-Außenminister vertagen das Problem.

Flaggen der EU und Mazedonien vor dem Regierungsgebäude der Republik Mazedonien in Skopje (Foto: Petr Stojanovski)

Die Flaggen hängen schon in Skopje, aber der Beitritt ist noch weit entfernt

Seit Jahren streiten das EU-Mitglied Griechenland und der Beitrittskandidat Mazedonien um den Namen des Staates. Griechenland blockiert deshalb den Beginn von Beitrittsverhandlungen mit der ehemaligen jugoslawischen Republik, die an Griechenland grenzt. Die EU-Außenminister konnten sich bei ihrem Treffen in Brüssel (08.12.2009) nicht darauf einigen, wann sie Mazedonien zu offiziellen Beitrittsverhandlungen einladen könnten. Selbst ein Zeitplan zur Behandlung dieser Frage konnte nicht verabschiedet werden.

Alexander der Große

War Alexander der Große Mazedonier, Grieche oder beides? Auch darum gibt es Streit.

Vermittlungen bislang erfolglos

Die griechische Regierung lehnt den Namen Mazedonien für den Staat ab, weil eine griechische Provinz den gleichen Namen trägt. Die mazedonische Regierung besteht aber auf dem Staatsnamen und will die bisherige Bezeichung als "Frühere jugoslawische Republik Mazedonien (FYROM)" loswerden. Beide Staaten verhandeln seit Jahren ohne Ergebnis unter UN-Vermittlung über die Namensgebung.

Im vergangenen Jahr war bereits der längst beschlossene Beitritt Mazdoniens zur NATO an der Namensfrage gescheitert. Auch in der nordatlantischen Militärallianz blockiert das Mitglied Griechenland eine Anerkennung Mazedoniens unter seinem selbst gewählten Namen. Nach Ansicht der Europäischen Kommission ist Mazedonien nach umfangreichen politischen Reformen längst reif für förmliche Beitrittsverhandlungen. Seit Dezember 2005 ist Mazedonien bereits offizielles Kandidatenland.

Weißer Turm in Thessaloniki, Griechenland, keine Quellenangabe

Thessaloniki: Hauptstadt von Mazedonien

Spanien soll sich kümmern

Jetzt haben die EU-Außenminister das Balkanland auf die spanische Ratspräsidentschaft der Europäischen Union vertröstet. Die soll sich nun um den Namensstreit und die Beitrittsgespräche kümmern, irgendwann im ersten Halbjahr 2010.

Der Konflikt zwischen Griechenland und Mazedonien reicht weit in die Geschichte zurück. Grundlage der heutigen Spannungen ist die Aufteilung der Provinz Mazedonien aus dem Osmanischen Reich zwischen Griechenland, Bulgarien und Serbien im Jahr 1913. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das heutige Mazedonien Teil des serbisch-kroatisch-slowenischen Königreiches. Nach Besetzung durch Bulgarien und Italien während des Zweiten Weltkrieges ging Mazedonien im Vielvölkerstaat Jugoslawien auf. Mit dem Zerfall Jugoslawiens erklärte Mazedonien 1991 seine staatliche Unabhängigkeit.

Autor: Bernd Riegert, dpa, afp
Redaktion: Julia Kuckelkorn

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